Googles Standalone-VR-Brillen sind so teuer wie Oculus Rift und HTC Vive

Googles Standalone-VR-Brillen sind so teuer wie Oculus Rift und HTC Vive

Technisch mögen Googles neue Standalone-Brillen einen hohen Preis rechtfertigen – doch wer soll den bezahlen und für was?

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Bei einem Pressegespräch auf der I/O 2017 nennt Googles VR-Chef Clay Bavor einen groben Preisrahmen für die neue Daydream-Generation, die ohne Smartphone oder PC auskommt.

Laut Bavor soll der Preis in etwa auf dem Niveau von Oculus Rift und HTC Vive liegen. Im Klartext heißt das: Die neuen Geräte werden zwischen 500 und 900 Euro kosten.

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Der Preis könne je nach Hersteller schwanken. Diese haben beispielsweise die Wahl beim Display und könnten eine Highend-Lösung oder ein Budget-Gerät am Markt platzieren. Das erinnert an Microsofts VR-Strategie für Windows Mixed Reality.

Überraschend ist der hohe Preis nicht, immerhin steckt in den Geräten richtig viel Technologie. Laut Bavor rechtfertigt das die hohe Investition.

Was sich bei HTC Vive und Oculus Rift im ganzen Raum verteilt – Sensoren, Zuspieler, Verkabelung – fummeln die Daydream-Hersteller in ein kompaktes Gehäuse. Neben dem Trackingsystem steckt ein kompletter PC in den vollständig autarken Brillen.

Das schwache Smartphone-Geschäft zwingt HTC zur Veränderung. Rund 2.000 Designer und Ingenieure wechseln in Googles Hardwareteam.

Google baut autarke VR-Brillen mit HTC und Lenovo *Update: Lenovo-Trailer*

Produkt ohne Zielgruppe?

Nicht nur aufgrund des hohen Preises stellt sich die Frage, welche Zielgruppe ab Sommer Googles neue VR-Hardware kaufen soll. Spieler dürften weiter zu Highend-Brillen greifen, die neben technisch aufwendigeren VR-Welten auch deutlich mehr Auswahl bei der Software bieten.

Ob Googles neu angekündigtes Renderverfahren speziell für mobile VR-Erlebnisse diesen Nachteil aufwiegen kann, bleibt abzuwarten. Außerdem: Sollte Google bis zum Launch der Hardware kein ordentliches 3D-Interface anbieten, ist die Zielgruppe „Gamer“ definitiv verloren.

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Ohnehin richtet sich Google mit Daydream nicht explizit an Spieler, sondern an eine technikaffine Allgemeinheit. Gerade die wird man aber nicht mit Hardware-Spezifikationen und Trackingverfahren begeistern, sondern ausschließlich mit interessanten Inhalten, die den hohen Preis rechtfertigen.

Genau das irritiert an Googles Ankündigung: Obwohl die Geräte schon in wenigen Monaten auf den Markt kommen sollen, machte das Unternehmen bei der Enthüllung nicht einmal eine Andeutung, welche VR-Inhalte möglichen Kunden die Geldscheine aus der Tasche locken könnten.

Klar, Google ist ein technologiegetriebenes Unternehmen, aber eine derartige Ignoranz gegenüber sinnvollen Anwendungsszenarien so kurz vor dem Marktstart ist bizarr.

Google kann VR-Inhalt

Dass das nicht so bleiben muss, zeigt der Blick in die Vergangenheit und die Zukunft. Mit Earth VR und Tilt Brush entwickelte Google zwei der stärksten Virtual-Reality-Anwendungen überhaupt. Und mit „Owlchemy Labs“ kaufte Google kürzlich das vielleicht talentierteste Virtual-Reality-Entwicklerstudio am Markt, das nun sicher nicht die Füße hochlegen darf.

Wahrscheinlich sieht Google die autarken VR-Systeme noch immer als notwendigen Entwicklungsschritt hin zu einer Gerätegeneration, die tatsächlich Potenzial für den Massenmarkt hat. Ein Experiment am oder gemeinsam mit den Konsumenten und Enthusiasten.

Das legt zumindest ein Kommentar von Googles VR-Chef Clay Bavor nahe. In dem räumt er ein, dass die neue Daydream-Generation nur ein Schritt auf einem noch sehr weiten Weg ist. „Alles muss besser werden“, schreibt Bavor.

Google investiert in Virtual Reality und erwirbt Owlchemy Labs, die Schöpfer des äußerst erfolgreichen VR-Satirespiels "Job Simulator".

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