Google zieht sich weiter aus Virtual Reality zurück. Auf das Ende von Daydream View folgt Google Cardboard. Die Pappbrille wird zum Open-Source-Projekt.

Im Oktober gab Google bekannt, dass der Verkauf von Daydream View eingestellt wird. Die Smartphone-Halterung wurde 2016 als Konkurrenz zu Samsung Gear VR auf dem Markt positioniert. Mittlerweile sind beide Geräte ausrangiert. Nun folgt das Aus für Google Cardboard, womit Smartphone-VR endgültig Geschichte ist.

In seinem Entwicklerblog meldet Google, dass die Arbeit am Google VR SDK eingestellt wird. Mit der Veröffentlichung des Quellcodes an die Entwicklergemeinschaft ist Cardboard ab sofort ein Open-Source-Projekt. Die Unterstützung neuer Smartphones obliegt nun Entwicklern. Google will mit der Veröffentlichung neuer Funktionen, einschließlich eines SDK für Unity, zur Zukunft des Projekts beitragen.

Google hatte zuvor bereits die Herstellung der Kartonbrille in die Hände Dritter gegeben. Auf die Hard- folgt nun die Software.

Google Cardboard

Google Cardboard besteht aus Karton, zwei Plastiklinsen und Klettverschlüssen. Das Smartphone dient als Display. BILD Google

Google Cardboard: VR-Katalysator oder Brunnenvergifter?

Google Cardboard ging vor fünf Jahren an den Start. Das Ziel: einen möglichst günstigen Einstieg in Virtual Reality ermöglichen.

Google schreibt, dass seit Beginn der VR-Initiative mehr als 15 Millionen Kartonhalterungen im Umlauf gebracht wurden. Mehr als eine Million Cardboards verteilte allein die New York Times. Zu den beliebtesten Anwendungen der Pappbrille gehört Youtube VR und die Bildungsanwendung Expeditions für Schulklassen.

Die Nutzung sei jedoch im Laufe der Zeit zurückgegangen, weshalb Google die Software nicht mehr aktiv weiterentwickeln werde, heißt es im Entwicklerblog.

Die Rolle der Billigbrille für die Entwicklung der VR-Industrie dürfte indes noch lange kontrovers diskutiert werden: Google Cardboard brachte die Technologie zwar einer größeren Zahl Menschen näher, jedoch um den Preis eines technisch sehr niedrigen Niveaus, der auf viele Menschen eher abschreckend gewirkt haben mochte oder Virtual Reality zumindest als reines Gimmick erscheinen ließ.

Das Open-Source-Projekt ist ab sofort bei Github erhältlich. Es enthält Schnittstellen für Kopftracking, Bildentzerrung und Eingabegeräte. Google veröffentlichte zudem eine Anleitung für die Entwicklung von VR-Apps für Google Cardboard.

Titelbild und Quelle: Google

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