Sci-Fi-Film Dune: So urteilen Kritiker

Sci-Fi-Film Dune: So urteilen Kritiker

Dune ist der meisterwartete Science-Fiction-Film der letzten Jahre. Kann Regisseur Denis Villeneuve abliefern? Das sagen Filmkritiker.

Der Film feierte am vergangenen Freitag auf den Filmfestspielen von Venedig Premiere. Mittlerweile wurden Dutzende Kritiken veröffentlicht, die von „euphorisch“ bis hin zu „enttäuscht“ ausfallen.

Auf Metacritic hält das Sci-Fi-Epos mit einer Laufzeit von 156 Minuten derzeit eine Durchschnittswertung von 75 Punkten bei 20 Kritiken, während die Dune-Verfilmung bei Rottentomatoes auf 86 Prozent bei 36 Kritiken kommt (Stand: 7. September 2021).

Doch was sagen die Kritiker im Einzelnen?

Guardian: „Gütiger Himmel, was für ein Film!“

Xan Brooks ist hingerissen von Villeneuves Verfilmung. Der Filmkritiker bezeichnet Dune als „Blockbuster-Kino in seiner schwindelerregenden, grellen Bestform“. Die Weltraumoper verschmelze Arthouse und Multiplex-Erfahrung zu einem „Epos außerweltlicher Brillanz“. Der Film sei dicht, stimmungsvoll und oft erhaben.

Noch könne Villeneuve jedoch keinen Sieg über das vielschichtige und komplexe Ausgangmaterial feiern, an dem David Lynch und viele andere vor und nach ihm scheiterten. Herberts Buch sei erst zur Hälfte verfilmt. Sollte Villeneues Werk an den Kinokassen floppen, dürfte die Geschichte unvollendet bleiben.

Gizmodo: „Ein Blockbuster der alten Schule“

Auch Germain Lussier ist begeistert von dem Film. „Dune ist das atemberaubende Sci-Fi-Epos, auf das Sie gewartet haben“, schreibt der Filmkritiker. Der Film wirke, als stamme er aus einer anderen Zeit in der Geschichte Hollywoods: Ein Werk mit dem Umfang und der Vision moderner Blockbuster, der zugleich eine komplexe, reife Geschichte erzählt. Dune sei „enorm ehrgeizig“, „lebendig“ und „absolut fesselnd“.

Lussier lobt die imposante Sci-Fi-Welt, die Villeneuve schafft sowie die Charakterentwicklung. Trotz dieser Stärken fühle sich der Film gelegentlich etwas zu ambitioniert, langsam und unabgeschlossen an. Das großartige Ensemble der Stars und deren schauspielerische Leistung würden allerdings über diese Mängel hinweghelfen. Dune sei ein Film, den man noch Jahre später in guter Erinnerung haben werde.

Filmstarts.de: „Pures Überwältigungskino“

Laut Christoph Petersen liefert Villeneuve zu 100 Prozent ab. Dune sei ein „an schierer Bildgewalt kaum noch zu übertreffendes Science-Fiction-Epos“ und eine „überwältigende körperliche Erfahrung“, die „kompromisslos-ambitioniertes Sci-Fi-Kino“ für Erwachsene liefert und einem so oft wie nur ganz wenige Filme den Atem rauben.

Es sei der unbedingte Wille, aus jeder einzelnen Einstellung und jedem einzelnen Ton die maximale Größenwirkung herauszuholen, der Dune wirklich unvergesslich mache. Jetzt beginne das Daumendrücken, dass Denis Villeneuve auch den zweiten Teil drehen darf. „Wenn dieses Meisterwerk womöglich nur zur Hälfte erzählt wird, wäre das fürs Science-Fiction-Kino wirklich eine absolute Katastrophe„, schreibt Petersen.

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Paul Atreides (Timothée Chalamet und seine Mutter (Rebecca Ferguson) in ihren Wüstenanzügen. | Bild: Warner Bros. Pictures

Variety: „Starke Inszenierung, schwaches Storytelling“

Owen Gleiberman betörte Dune weniger als seine Kollegen. Der Film wolle seine Zuschauer:innen beeindrucken und unter die Haut gehen, aber das gelinge nur bis zu einem bestimmten Punkt, meint Gleiberman. Sobald Villeneuve die Tricks ausgingen, wirke Dune benebelt und formlos.

Das Problem sei, dass Film und seine Welt zwar eine „majestätische Weite“ hätten, mit denen das Storytelling allerdings nicht mithalten könne. In der Gestaltung seiner Welt und dessen Inszenierung habe Dune fünf Sterne verdient, beim Geschichtenerzählen hingegen nur zweieinhalb. Die Handlung verliere ihren Lebenspuls und infolgedessen klinke man sich emotional aus, urteilt Gleiberman.

Hollywood Reporter: „Mühselige Vorbereitung auf Teil 2“

Dune fehle es nicht an filmischem Spektakel, meint David Rooney. Aber er entkräfte nicht die häufig geäußerte Behauptung, dass Herberts Buch unverfilmbar sei. Zumindest nicht im ersten Teil der Saga. Die Geschichte und komplexe gesellschaftliche Struktur, die für die Vision des Autors von zentraler Bedeutung waren, würden hier zu einem schwer verdaubaren, verschwommenen Bild.

Der monolithische Umfang und die visuelle Vorstellungskraft des Films seien zwar fesselnd, aber der Erzählung fehle es an klaren Linien. Das vielleicht größte Problem bei Dune sei, dass es sich nur um den ersten Teil handelt, während der zweite Film noch in der Vorproduktion ist. Vieles von dem, was man sehe, fühle sich wie Vorbereitung auf einen hoffentlich besseren Film an.

Ab dem 16. September könnt ihr euch eine eigene Meinung bilden. An diesem Tag nämlich startet Dune in deutschen Kinos.

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Quelle: Guardian, Gizmodo, Filmstarts, Variety, Hollywood Reporter