Das Metaverse ist „nicht nur VR“ – Meta zeigt 3D-Welt für PC und Mobile

Das Metaverse ist „nicht nur VR“ – Meta zeigt 3D-Welt für PC und Mobile

Meta betont die Bedeutung traditioneller Endgeräte beim Aufbau des Metaverse. Digitale Treffpunkte seien auch per PC oder Smartphone zugänglich.

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Drei bis fünf Jahre könnte es dauern, bis Meta mit der neuen Ausrichtung aufs Metaverse kein Geld mehr verliert: Mit dieser Botschaft wandte sich Mark Zuckerberg Ende Mai an Aktionär:innen, um sie nach der Börsen-Talfahrt auf eine lange Geduldsprobe vorzubereiten.

Um den Übergang vom Social-Media-Giganten zum Metaverse-Konzern verständlicher zu machen, meldete sich kürzlich Metas Metaverse-Manager Vishal Shah zu Wort: „Wir haben schon einmal gesagt, das Metaverse ist nicht nur VR – es wird verschiedene Wege geben, darauf zuzugreifen, inklusive der Geräte, die wir heute haben“, schreibt Shah auf Twitter.

Metaverse auf Smartphones und herkömmlichen Monitoren

Als Vorbild für das Metaverse auf flachen Bildschirmen erwähnte Shah „Crayta“ vom britischen Entwickler Unity 2 Games. Der soziale Spielebaukasten im Stil von Sonys Dreams (mit VR-Modus) startete 2020 in Googles Cloud-Gaming-Service Stadia.

Im vergangenen Jahr kaufte Meta das britische Entwicklungsstudio hinter Crayta auf, und am 8. Juni 2022 startete der Streaming-Titel schließlich im hauseigenen Service Facebook Gaming.

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In einem Facebook-Video präsentierte Mark Zuckerberg, dass das gemeinsame Bauen von Umgebungen, Levels oder Spielen unkompliziert ablaufen soll. Ähnlich wie in den sozialen VR-Apps Rec Room oder Horizon Worlds (startet bald in Europa) traf sich ein Spielergrüppchen mit dem Meta-Chef. Hierbei saßen allerdings alle Teilnehmer:innen vor dem PC oder dem Smartphone. VR-Brillen waren nicht involviert.

Das kleine Team legte sofort los und baute binnen weniger Minuten den firmeneigenen Campus-Hof „Hacker Square“ nach. Der Platz zwischen den Bürohäusern füllte es mit Attraktionen wie einem Riesenrad oder einem Piratenschiff nebst animierter Krakenarme.

Mark Zuckerberg baute Attraktionen auf den virtuellen Meta-Campus. | Video: Mark Zuckerberg (Facebook)

Solch eine Kollaboration in der Cloud ist in Zuckerbergs Augen eine der größten Stärken seiner Metaverse-Vision. Er liebe es, direkt in der virtuellen Welt einen eigenen Raum oder ein Spiel zu erstellen, so der Meta-Chef. Schon als junger Gamer habe er über den Umweg der Spiele seine Vorliebe fürs Entwickeln entdeckt.

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„Heutzutage denken die Leute beim Metaverse oft an 3D-Erfahrungen, die du in Virtual- oder Augmented Reality haben kannst. Ich denke jedoch, dass Crayta zeigt, dass du diese Art von Erfahrungen sehr einfach mit allen möglichen 2D-Plattformen bauen und genießen kannst, einfach in der Facebook-App auf Smartphones und Computern“, so Zuckerberg.

Eine Cloud-Anbindung erleichtere den Übergang vom Spiel zum schöpferischen Gestalten. Mittlerweile könnten auch Personen ohne einen starken Rechner diesen Schritt wagen und kreativ werden.

Auch Metas Haupt-Metaverse-Plattform Horizon Worlds soll für Web, Smartphones und Konsolen erscheinen. Derzeit ist sie nur für VR verfügbar.

Geringe Einstiegshürden

Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass die Bedienung der einsteigerfreundlichen Crayta-Werkzeuge leichter von der Hand geht als Sonys komplexes Dreams. Beim Einstieg in die Oberwelt trefft ihr sofort andere Neulinge. Auch das gezielte Zusammenfinden zum gemeinsamen Bauen oder Spielen von Levels ist einsteigerfreundlich umgesetzt.

Im Gegenzug haben die gestalteten Umgebungen mit ihrem oft aalglatten Design weniger Persönlichkeit. In Dreams könnt ihr euch viel aufwendiger künstlerisch austoben, bis hin zu Details wie einzelnen Pinselstrichen. Fortgeschrittene Entwickler:innen finden in Crayta dafür einen Code-Editor, um mehr Einfluss auf die Spielmechaniken zu nehmen.

Langjährige Crayta-Nutzer:innen müssen sich vorerst nicht um ihre Schöpfungen sorgen. Die kostenlose Cloud-Streaming-App ist neben Facebook Gaming weiter bei Google Stadia verfügbar.

Latenz in der Cloud

Crayta ist allerdings im Epic Games Store am besten spielbar. Dort könnt ihr das Programm ganz klassisch herunterladen und auf dem PC installieren. So ist die Steuerung beim Springen oder Zielen knackig direkt, auch in kooperativen Online-Runden.

Beim Cloud-Streaming per DSL-Anschluss hingegen spüre ich nach wie vor eine leichte Verzögerung. Meist bleibt es erträglich. Gerade in Wettrennen oder schnellen Shooter-Levels kann diese Verzögerung aber das Timing stören. Hier geht es zur Übersicht aller Crayta-Versionen.

Das Browser-Spiel Gameglobe von Square Enix zeigte schon vor zehn Jahren, welche Probleme ein Baukasten mit Cloud-Anbindung bekommen kann: Nach dem Abschalten der Server waren sämtliche Schöpfungen verloren. In Microsofts Project Spark für Windows und Xbox One blieben immerhin lokal gespeicherte Levels spielbar.

Quellen: Mark Zuckerberg (Facebook), offizielle Crayta-Website

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