Brelyons Lichtfeld-Monitore versprechen Immersion ohne VR-Brille

Brelyons Lichtfeld-Monitore versprechen Immersion ohne VR-Brille

Freies, räumliches Umsehen ohne VR-Brille: Brelyons Lichtfeld-Monitore sollen diese Vision am Schreibtisch wahr machen.

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Start-ups wie Creal oder Avegant forschen schon länger an Lichtfeld-Displays für VR-Brillen. Es sind jedoch nicht alle Menschen bereit, über einen langen Zeitraum hinweg ein klobiges Headset zu tragen. Das Unternehmen Brelyon entwickelt daher Alternativen, die wie ein Monitor fest auf dem Tisch vor Nutzer:innen stehen.

Auf den ersten Blick erinnert das Prinzip an die vor rund zehn Jahren beliebten 3D-Monitore und -Fernseher. Neue Lichtfeld-Displays des Unternehmens sollen davor sitzende Personen aber viel immersiver einhüllen, ähnlich wie bei einer VR-Brille.

Entspannte Monitor-Arbeit mit räumlichem Bild

Das auf der CES 2022 vorgestellte Gaming-Modell „Ultra-Reality XBFGD“ erinnerte noch an einen klobigen Monitor, doch die Maße sollen schrumpfen. In der Zukunft könnte die Technik laut Brelyon ein Sichtfeld bieten, das deutlich über die physischen Grenzen des Geräts hinausragt.

Auf einem von Breylons Ultra-Reality-Monitoren reicht das Sichtfeld über die physischen Grenzen hinaus.

Bei Brelyons Ultra-Reality-Monitoren reicht das Sichtfeld über die physischen Grenzen hinaus. | Bild: Brelyon

Obwohl nur noch ein flaches Gerät auf dem Schreibtisch steht, sehen Nutzer:innen dann rundherum auf einem großen Bild mehrere virtuelle Monitore, Fenster, Programme oder auch räumliche Objekte. Aktuell betrage das Sichtfeld über 120 Grad.

Möglich werde das durch einen Durchbruch in der Forschung: Patentierte Lichtfeld-Ausbreitungstechnologien erweitern laut Brelyon den „Winkelbereich und die sichtbare Öffnungsweite für das gewünschte Lichtfeld und bieten ein massives Panorama-Sichtfeld.“

Um einen Tiefeneindruck in mehreren Schichten zu erzeugen, erstellt die dazugehörige Software entsprechende Tiefenprofile. Schon aktuell erreiche die Technik moderne Bildschirmstandards wie eine Helligkeit von 1000 Nits, also grob im Bereich moderner Monitore oder OLED-Fernseher. Störendes Überstrahl-Effekte sollen dabei nicht auftreten. Eine Kompatibilität zu klassischen 2D-Inhalte sei ohnehin problemlos gegeben.

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Ein Monitor-Prototyp ist noch etwas groß. | Bild: Brelyon

Ein klarer Vorteil für lange Nutzungszeiten sei zudem, dass sich bei der räumlichen Betrachtung der für die Akkommodation des Auges verantwortliche Ziliarmuskel entspanne, also anders als bei aktuellen VR-Brillen. Das eingangs erwähnte Start-up Creal will die Technik auch in ein VR-Headset bringen, arbeitet hier insbesondere an der Miniaturisierung.

Brelyon-CEO Barmak Heshmat erklärt das Marktpotenzial der Monitore: „Wenn wir dir nur die Hälfte der Immersion von Headsets geben können, mit einem Gerät, das nicht auf deinem Kopf sitzen muss und mit allen erhältlichen Inhalten funktioniert, dann wäre das eine viel überzeugendere Entwicklung deiner Computer-Erfahrung und daher eine bessere Brücke ins entstehende Metaverse.“

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Heshmat war zuvor Optikchef beim gescheiterten AR-Brillen-Start-up Meta.

LG soll bei der Markteinführung helfen

Einige Firmen und Investoren zeigen Interesse an Brelyons Monitoren. Mehr als 20 Unternehmen nehmen laut Brelyon am Early-Access-Programm teil.

Am 19. September gab die Firma bekannt, dass in einer Serie-A-Runde 15 Millionen Dollar erreicht wurden, angeführt vom den Hauptinvestoren Lockheed Martin Ventures sowie dem Deep-Tech-Fund „E14“. Letzterer investiert in Ausgliederungen des bekannten Massachusetts Institute of Technology (MIT), um Zugang zu Mitarbeitenden und der technischen Infrastruktur zu erhalten.

Zunächst konzentriert sich die Strategie auf Grundlagen in der Fertigung und Software. Anwendungsbereiche umfassen zu Beginn Arbeitsszenarien wie virtuelle Konferenzen oder der Erstellung visueller Inhalte.

Eine Partnerschaft mit dem Elektronikkonzern LG soll beim späteren Übergang von Geschäftskunden zum größeren Gaming- und „Metaverse-Markt“ helfen. Preise sind noch nicht bekannt. Auf der offiziellen Website können sich Interessenten auf einer Warteliste für Vorbestellungen eintragen.

Quellen: Breylon, Techcrunch