Autonomes Apple Car: Wird es ein KIA?

Autonomes Apple Car: Wird es ein KIA?

Gerüchte um das Apple-Auto mehren sich. Wer wird Produktionspartner? Welche Technik wird verbaut und wann ist Marktstart? Wir fassen zusammen.

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Seit 2015 soll Apple schon an einem eigenen E-Auto arbeiten. Bislang schweigt das Unternehmen größtenteils zu Projekten dieser Art. Mehreren Medienberichten zufolge soll nun wieder Bewegung in die Sache kommen.

Apple Car: Ein offenes Geheimnis

Tesla-Chef Elon Musk nannte Apples Arbeit an einem elektrisch betriebenen Fahrzeug 2016 ein „offenes Geheimnis“. Das Unternehmen selbst äußerte sich lange Zeit nicht zu Gerüchten um einen möglichen Einstieg in den Automobilmarkt.

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In einem Interview mit Bloomberg erklärte Apple-Chef Tim Cook 2017 zumindest, dass sein Unternehmen an autonomen Systemen arbeite. Zudem sickerten über die Jahre immer wieder Gerüchte über Verhandlungen von Apple mit renommierten Autobauern wie Volkswagen, Mercedes-Benz oder BMW durch. Diese sollen aber allesamt gescheitert sein.

Anfang Januar äußerte sich dann ein Hyundai-Vertreter gegenüber CNBC. Apple sei mit einer Reihe von globalen Automobilherstellern in Gesprächen, einschließlich Hyundai Motors. Der Technik-Konzern sei auf der Suche nach einem Produzenten für Fahrzeuge und Batterien.

Autonomes Apple-Auto: neue Batterie mit iPhone-Effekt

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Reuters zufolge sollen genau diese Batterien den E-Auto-Markt revolutionieren. Zwei ungenannte, aber unternehmensnahe Quellen werden darin zitiert: Das erste Apple-Auto soll schon bald auf den Markt kommen, auf bahnbrechender Technologie basieren und autonom fahren.

Die Ultium-Battery-Plattform von General Motors.

Die Batterie ist das Kernstück eines jeden E-Autos. | Bild: General Motors

Apple würde an einem einzigartigen Monozellen-Design arbeiten, das die einzelnen Zellen in der Batterie vergrößert. Unnötige Teile im Inneren wie Taschen oder Module würden entfernt und mehr aktives Material in die Batterie gepackt. Dadurch soll die Batterie länger halten und größere Reichweiten ermöglichen.

Zudem würde der Elektronik-Konzern an einer neuartigen Lithium-Eisen-Phosphat-Mischung arbeiten. Diese sei von Natur aus weniger anfällig für Überhitzung und somit sicherer als bisherige Lithium-Ionen-Batterien. Die nicht näher benannte Quelle spricht von einer „Next-Level-Technologie“, die an den ersten Blick auf das iPhone erinnere.

Kommt iPhone-Lidar auch in Apples Auto?

Neben einer starken Batterie benötigt ein autonomes Fahrzeug aber vor allem gute Technik zur Umgebungsanalyse. Der Waymo Driver von Googles Schwesterunternehmen besteht beispielsweise aus einer Kombination aus Radar- und Lidar-Sensoren sowie mehreren Kamera-Systemen.

Eine Skizze, die die verschiedenen Sensoren und Kameras des Waymo Driver Systems für autonomes Fahren zeigt.

Mit dem Waymo Driver ausgestattete, autonom fahrende Fahrzeuge verfügen über verschiedene Radar-, Lidar- und Kamerasysteme. | Bild: Waymo

Dem Reuters-Bericht zufolge könnte Apples Auto ebenfalls mit Lidar-Sensoren arbeiten. Damit werden in Systemen für autonomes Fahren beispielsweise Entfernungen von Objekten gemessen. Die Intel-Tochter Mobileye stellte erst kürzlich einen neuen Lidar-Chip vor, der durch eine frequenzmodulierte Dauerstrichtechnologie Geschwindigkeit und Entfernung von Objekten effizienter messen soll als herkömmliche Lidar-Sensoren.

Apple verfügt bereits über eine eigene Lidar-Technologie, die auch im iPhone 13 Anwendung finden soll. Der unbekannten Reuters-Quelle zufolge wird eine weiterentwickelte Version davon in Project Titan zum Einsatz kommen.

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Wer baut das Apple Car?

Die größte Herausforderung für Apple wird die Serien-Produktion sein. Apple mag eines der wertvollsten und reichsten Unternehmen der Welt sein, im Automobilsektor ist es jedoch ein Neuling und der Aufbau einer funktionierenden Fertigung kann Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

Ein autonom fahrendes Konzeptauto des Automobilherstellers Audi.

Apple soll mit namhaften Automobilkonzernen in Gesprächen über eine Kooperation gewesen sein. | Bild: Audi

Viel mehr dürften sich die Gerüchte um Gespräche mit bestehenden Automobilgrößen bewahrheiten. Hyundai ist mit seinen Aussagen über potenzielle Verhandlungen mittlerweile wieder zurückgerudert und spricht nur noch unverbindlich von erhaltenen "Anfragen für eine mögliche Zusammenarbeit von verschiedenen Unternehmen bezüglich der Entwicklung von autonomen Elektrofahrzeugen." Der Name Apple taucht nicht mehr auf.

Da sich Apple bisher nicht selbst zu seinen Plänen in der Automobilbranche geäußert hatte, dürfte das Unternehmen auch von seinen möglichen Partnern Verschwiegenheit erwarten. Gut möglich, dass Hyundais Gang an die Öffentlichkeit der eigenen  Verhandlungsposition geschadet hat.

Dennoch dürfte der Macbook-Hersteller an einer langfristigen Partnerschaft mit einem bestehenden Autobauer interessiert sein. Eine eigene Produktion aufzubauen, dürfte selbst für Apple zu riskant sein.

Apple Car: Gerüchte kommen und gehen

Das koreanische Blatt Korea IT News berichtete kurz nach Hyundais Ankündigungen von fortgeschrittenen Verhandlungen zwischen Apple und Hyundai. Die Partnerschaft solle im März beginnen, erste Fahrzeuge schon 2024 gebaut werden.

Als Produktionsstätte wurde eine Fabrik der Hyundai-Tochter Kia in Georgia genannt. Auch eine von beiden Konzernen in Kooperation errichtete neue Fabrik sei möglich. Dort würde eine jährliche Stückzahl von 400.000 Autos angepeilt.

Nachdem Hyundai seine Meldung zurückgezogen hatte, entfernte auch die Nachrichtenseite Korea IT News Details aus ihrem Bericht. Handfeste Neuigkeiten um Apples Automobilambitionen wird es wohl erst zu berichten geben, wenn der kalifornische Tech-Konzern sein Schweigen bricht.

Quellen: Reuters, CNBC, Bloomberg

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