AR-Kontaktlinsen von Mojo Vision auf Eis gelegt – Fokus auf MicroLED

AR-Kontaktlinsen von Mojo Vision auf Eis gelegt – Fokus auf MicroLED

Viele Jahre forschte Mojo Vision an AR-Kontaktlinsen. In Zukunft will sich das Unternehmen auf MicroLED fokussieren.

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Mehr als eine Dekade arbeitete Mojo Vision an der AR-Kontaktlinse Mojo Lens für den medizinischen Sektor und perspektivisch die Alltagsnutzung. Auf dem Weg dorthin stellte es mehrere Prototypen vor, die bereits von Nutzer:innen getestet wurden. Die Marktreife peilte Mojo Vision für circa 2025 an.

Mojo Vision findet keine Investoren

Jetzt gibt Mojo Vision einen Strategiewechsel bekannt: In Zukunft will es sich auf die Kommerzialisierung der für die Linse entwickelten MicroLED-Technologie fokussieren, in der es „erhebliches kurzfristiges Marktpotenzial“ sieht. Die Arbeit an der Kontaktlinse soll „verlangsamt“ werden.

Für die Kontaktlinse entwickelte Mojo Vision ein Sandkorn-kleines Display mit einer Pixeldichte von 14K. Mojo-Vision-CEO Drew Perkins glaubt an die „Disruption der 160-Milliarden-Display-Industrie“ durch MicroLED und Mojo Visions Technologie sei vorn dabei. Sie könne für Anwendungen wie Next-Gen-Headsets, fortschrittliche TVs und Video-Wände eingesetzt werden. MicroLED gilt als Zukunftstechnologie im VR- und AR-Bereich.

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Das MicroLED-Display auf der Kontaktlinse stellt monochrome grüne Bilder da. | Bild: Mojo Vision

Als Grund für den Strategiewechsel gibt Mojo Vision fehlende Investoren in einem insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfeld an. „Die einbrechende Weltwirtschaft, die extrem angespannten Kapitalmärkte und das noch nicht bewiesene Marktpotenzial für fortschrittliche AR-Produkte haben dazu beigetragen, dass Mojo Vision keine zusätzlichen privaten Finanzmittel für die weitere Entwicklung von Mojo Lens finden konnte“, schreibt Mojo-Vision-CEO Drew Perkins.

Die misslungene Finanzierungsrunde und der Fokus auf MicroLED hat strukturelle Konsequenzen: Mojo Vision entlässt 75 Prozent der Angestellten über alle Abteilungen hinweg.

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Zu großes Projekt mit zu wenig Geld

Mojo-Marketing-Chef Steve Sinclair sprach bereits im letzten Sommer davon, zusätzliche Gelder zu benötigen. Damals hatte das Unternehmen rund 110 Angestellte bei einem Kapital von circa 205 Millionen US-Dollar – viel zu wenig für ein Projekt dieser Größenordnung.

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Mit Blick auf den Konsumentenmarkt kam erschwerend hinzu, dass die Linse einen am Körper getragenen Computer als Zuspieler benötigte und hätte maßgefertigt werden müssen, was Kosten und Komplexität im Vertrieb gesteigert hätte.

Perkins ist dennoch stolz auf die bis dato entwickelte Technologie: Mojo Lens sei eine „monumentale technische und medizinische Errungenschaft, von der andere nur geträumt haben“. Die eigene Vision des „Invisible Computing“ sei nur auf Eis gelegt.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass es einen zukünftigen Markt für Mojo Lens geben wird, und erwarten, dass wir die Entwicklung zum richtigen Zeitpunkt beschleunigen werden“, schreibt Perkins.

Quellen: Mojo Vision