VW & Huawei: Ein „Perfect Match“ für autonomes Fahren?

Der Volkswagen-Konzern verhandelt angeblich mit Huawei. Was macht die Smart Car-Sparte des chinesischen Tech-Giganten für VW so interessant?
Mehreren Medienberichten zufolge sollen sich der deutsche Automobilkonzern Volkswagen und der chinesische Technik- und Telekommunikationsgigant Huawei aktuell in Verhandlungen befinden. Der Autobauer interessiere sich demnach für Huaweis Sparte für autonomes Fahren. Warum?
Inhalt
Huawei: Vom Smartphone zum Smart Car
Quasi über Nacht stürzte der einstige Marktführer Huawei nach der Google-Sperre und den Sanktionen durch die Trump-Regierung auf dem Smartphone-Markt in die Bedeutungslosigkeit ab. In westlichen Regionen spielen Huawei-Smartphones kaum noch eine Rolle und wurden von Konkurrenten wie Xiaomi längst überholt.
Huawei pumpt Milliarden in autonomes Fahren
Smart Car & Smart City: Alles aus einer Hand
Huaweis Smart City-Konzept soll Großstädte auf die selbstfahrenden Vehikel vorbereiten. Sensoren, Kameras und Radare werden in Ampeln, Verkehrsschildern oder direkt in den Straßen verbaut. Sie erfassen große Datenmengen und übermitteln sie in ein Transportkontrollnetzwerk.
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Ampelschaltungen oder Straßenauslastungen können direkt an die Fahrzeuge übermittelt werden, wodurch der Verkehr in Innenstädten flüssiger wird. Das „Connected Car“-System soll in öffentlichen Verkehrsmitteln und privaten Smart Cars eingesetzt werden. Die dabei entstehenden Datenmengen müssen natürlich auch transportiert werden - und wer liefert die nötige 5G-Technologie? Genau, Huawei.
Für Volkswagen, das selbst seit Jahren in autonomes Fahren investiert und mit Argo AI bald einen VW-Robo-Taxi-Dienst in Deutschland starten will, wäre Huawei deshalb ein „Perfect Match“. Die gesamte smarte Technologie, das autonome Fahrsystem und die Smart City-Strukturen kämen aus einer Hand. VW müsste „nur“ die passenden E-Autos liefern.
VW & Huawei: Übernahmeverhandlungen im Milliardenbereich
Angeblich biete VW laut internen Quellen für die Übernahme einen Milliardenbetrag im niedrigen einstelligen Bereich, während Huawei den Wert eher im oberen einstelligen Milliardenbereich sehe. Nur eine Frage bleibt offen – warum sollte Huawei eine Sparte verkaufen wollen, die der Konzern selbst als die Zukunft der eigenen Firma sieht?

Der VW-Partner Argo AI stellte kürzlich Richtlinien für autonomes Fahren im Umgang mit Fahrrädern im Straßenverkehr vor. | Bild: Jared Wickerham (für AI Argo)
Eine enge Partnerschaft, wie sie etwa Bosch und VW pflegen, um gemeinsam teil- und hochautomatisierte Fahrfunktionen zu entwickeln (SAE-Level 2 und 3), scheint für beide Seiten erstrebenswerter.
VW müsste sich weniger Sorgen um die Entwicklung eines stabilen autonomen Fahrsystems machen und Huawei hätte einen kompetenten und traditionsreichen Autobauer auf seiner Seite. Wäre das nicht viel eher ein „Perfect Match“?
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