Auf dem Mobile World Congress 2019 präsentiert das koreanische Augmented-Reality-Optik-Startup LetinAR den aktuellen Stand seiner Linsen-Technologie. Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) steuert das Micro-OLED-Display für eine prototypische AR-Brille bei.

Auf dem MWC 2019 präsentiert LetinAR den aktuellen Stand der eigenen AR-Optik-Technologie: Ein stationärer Aufbau (siehe Titelbild) hält LetinARs Speziallinsen und Displays mit je 4K-Auflösung pro Auge bei einem Sichtfeld von bis zu 120 Grad und drei Schärfeebenen. Der Aufbau dient als Tech-Demo für das, was LetinARs “Pin Mirror” getauftes Linsen-System theoretisch leisten könnte, gäbe es keine Beschränkungen bei Auflösung und Größe von Mikrodisplays für bequem tragbare AR-Brillen.

Das Startup nutzt den sogenannten “Lochkamera-Effekt”: Für das menschliche Auge unsichtbare Mikrospiegel in Kombination mit Lochblenden vermischen reales und digitales Bild und leiten das Licht weiter ins Auge. Der Lochblendeneffekt funktioniert, obwohl die Löcher in einer ansonsten klaren Linse sitzen.

Mikrospiegel vermischen reales und digitales Bild und werfen das Licht ins Auge. Bild: LetinAR

Mikrospiegel kleiner als die Pupille vermischen reales und digitales Bild und werfen das Licht ins Auge. Bild: LetinAR

Die Auflösung der digitalen Einblendungen hängt von der Auflösung des montierten Displays ab. LetinAR hat die Technologie in eine prototypische AR-Brille verbaut, die mit 640 mal 360 Bildpunkten auflöst bei einem diagonalen Sichtfeld von 20 Grad pro Auge. Laut LetinAR bietet das Pin-Mirror-System eine bessere Bildqualität als Wellenleiterdisplays, die unter anderem in Microsofts Hololens und Magic Leap One verbaut sind.

Eine prototypische AR-Brille mit Pinhole-Display. Bild: LetinAR

Eine prototypische AR-Brille mit Pinhole-Display. Bild: LetinAR

Neue AR-Display-Technologie

Das Fraunhofer-Insitut bezeichnet die Pin-Mirror-Technologie als “vielversprechend”.  Derzeit existiere “keine vergleichbar effiziente Durchsichtoptik am Markt”. Die Kombination aus Pin-Mirror-System und Micro-OLEDs könne “einige der aktuellen Hürden überwinden und neuen AR-Wearables den Weg in den täglichen Einsatz ebnen.”

Lochlinse mit Micro-Display. Die Linse kann in verschiedenen Formaten hergestellt werden. Bild: LetinAR

Lochlinse mit Micro-Display. Die Linse kann in verschiedenen Formen hergestellt werden, eckig oder rund. Bild: LetinAR

“Diese Verschmelzung von Technologien wird hoffentlich bald zu extrem kleinen, leichten und elektrooptisch effizienten Bauelementen für Datenbrillen und anderen Wearables führen, die eine deutlich verbesserte Akkulaufzeit und reduzierte Ladezyklen ermöglichen und damit immer einsatzbereit sind, wie beispielsweise die heutigen Smartphones, mit denen sie sich drahtlos verbinden können”, lässt sich Uwe Vogel zitieren, er ist Bereichsleiter Mikrodisplays und Sensoren am Fraunhofer FEP.

LetinAR will bis Ende 2019 erste Demo-Einheiten an AR-Brillenhersteller ausliefern, die die Displays für die eigenen Produkte verwenden sollen. Das Startup sammelte seit der Gründung im Oktober 2016 circa 6,1 Millionen US-Dollar von Investoren ein.

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