Vuzix bringt Ende Januar eine der ersten Datenbrillen für Endverbraucher auf den Markt. Eine Reihe von Techmagazinen hat das Gerät vorab ausprobiert.

Im Gegensatz zu Hololens und Magic Leap One bietet Vuzix Blade keine fortschrittlichen AR-Funktionen und dient lediglich als Smartphone-Display, das man auf der Nase trägt. So muss man das Telefon nicht ständig aus der Tasche ziehen. Im Gegenzug hat Vuzix Blade einen wesentlichen schmaleren Formfaktor und sieht annähernd aus wie eine normale Sonnenbrille.

Das Gerät nutzt ein Wellenleiterdisplay, das einen halbtransparenten, farbigen Screen ins Sichtfeld des Nutzers projiziert. Die Datenbrille wird per Bluetooth mit einem iOS- oder Android-Smartphone verbunden und zeigt unter anderem Benachrichtigungen oder Kalendermitteilungen an.

Smartphone-Inhalte werden ins Sichtfeld projiziert. Bild: Vuzix

Smartphone-Inhalte werden ins Sichtfeld projiziert. Bild: Vuzix

Eine Besonderheit der Vuzix Blade ist die Spracheingabe per Amazon Alexa, Unterstützung für den Google Assistent ist in Arbeit. Für die Menünavigation und sonstige Interaktionen wird ein Touchpad am Brillenbügel benutzt.

Die Datenbrille hat außerdem eine 8-Megapixel-Kamera integriert, mit der sich Fotos und Videos aufnehmen lassen. Nimmt man auf, leuchtet gut sichtbar eine rote LED am Gehäuse auf. Das soll den von Google Glass bekannten Glassholes-Effekt minimieren – die Träger wurden als unsympathische Spione eingeordnet.

Nichts für Modebewusste

Engadget konnte die Datenbrille eine Woche lang ausprobieren. Testerin Nicole Lee fand das Gerät “mühselig, klobig und im Großen und Ganzen unschmeichelhaft”. Vuzix biete derzeit nur eine Brillenfassung an, die nicht jedem Gesicht gleich gut stehe.

“Die Vuzix Blade sieht eher aus wie eine normale Brille als Google Glass, aber sie ist noch immer weit von etwas entfernt, das ich gerne im Alltag tragen würde”, schreibt Lee.

Tom’s Hardware fand ebenfalls wenig Gefallen am Formfaktor der Datenbrille: Die Vuzix Blade sehe aus wie eine besonders wuchtige Oakley-Sonnenbrille. Der Tester fand sie außerordentlich leicht, aber dennoch unbequem zu tragen, weil sie ihm nicht optimal auf der Nase saß. Das farbige, frei im Sichtfeld positionierbare Display sei hingegen “eindrücklich”.

CNET lobt ebenfalls das größer als erwartete, knackig scharfe Bild. Texte seien unter normalen Lichtbedingungen gut lesbar und Spiele und Apps würden gut dargestellt.

Umständliche Bedienung

Das Betriebssystem mit dem Namen Blade OS basiert auf Android und ist laut Engadget leicht und intuitiv mit dem Touchpad zu bedienen. CNET fand es etwas mühsam, den Arm ständig zum Bügel heben zu müssen.

In diesem Kontext ist die Alexa-Integration noch nicht optimal: Nutzer müssen das Touchpad einmal berühren, um Alexa zu aktivieren und dann erneut berühren, wenn sie fertig gesprochen haben. Dann wird beispielsweise eine Wettervorhersage und die aktuelle Temperatur angezeigt.

Software für die Datenbrille gibt’s in einem eigenen App Store. Laut Vuzix arbeiten rund 400 Entwickler an Apps. Das Unternehmen verspricht Anwendungen für Navigation, Video-Streaming und Spiele. Den Testern zufolge gibt es derzeit noch keine Anwendungen im Store, die den Kauf und die Nutzung der Blade-Brille rechtfertigen.

Die von den Magazinen getestete Datenbrille lief noch nicht mit finaler Software. Ausführlichere Testberichte sind gegen Ende des Monats zu erwarten.

Die Datenbrille kann ab sofort auf der offiziellen Internetseite zu einem Preis von 1.100 Euro vorbestellt werden. Ausgeliefert werden soll das Gerät ab Ende Januar.

Titelbild: Vuzix

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