VR-Welt Somnium Space lockt mit ewigem Leben

VR-Welt Somnium Space lockt mit ewigem Leben

Avatare in der Welt von Somnium Space sollen ihren Besitzer:innen immer ähnlicher werden und so viele Generationen überdauern können. Der „Live Forever“-Modus startet noch in diesem Jahr.

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Somnium Space ist eine von vielen Social-3D-Plattformen, die im Zuge des in den letzten Jahren wiedererstarkten VR- und Metaverse-Hypes ihr Glück versuchen. Gestartet ist Somnium Space bereits 2017, die App läuft in VR, im Browser und lokal auf dem PC.

Eine Besonderheit von Somnium Space ist die Integration der Ethereum Blockchain für den Handel mit digitalem Land und NFTs. Ende letzten Jahres zeigte das Start-up erstmals Pläne für eine eigene Somnimum Highend-VR-Brille. Sie soll Open Source sein und Standalone funktionieren.

„Live Forever“: Der Avatar als interaktiver Persönlichkeitsspeicher

Jetzt stellt das tschechische Entwicklungsstudio den „Live Forever“-Modus vor: Das Start-up will sich zunächst die Erlaubnis von Nutzer:innen einholen, große Mengen an Daten mitzuschneiden. Unterhaltungen, Gesichtsausdrücke, Körperbewegungen – all jene reichhaltigen Datensätze, die moderne Digitalwelten und speziell VR-Systeme ermöglichen, vermitteln und verarbeiten können.

In dieser Datenstrategie spielen VR-Systeme die herausragende Rolle, erklärt Somnium-CEO Artur Sychov. Die verfügbare Datenmenge würde die aktueller Smartphones um den Faktor 100 bis 300 übertreffen.

VR-Technologie können Bewegungen von Fingern, der Augen, des Mundes und des gesamten Körpers erfassen und sei „präziser als ein Fingerabdruck“, so Sychov. Auch Meta zeichnet diese Daten auf.

Sychovs These wird unter anderem von zwei Studien aus 2020 gestützt: Britische Psychologen zeigten, dass sie Persönlichkeitsmerkmale in VR messen können. Eine weitere Studie demonstrierte, dass ein mit VR-Trackingdaten trainierter Algorithmus Personen anhand ihrer Bewegungen identifizieren kann.

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Avatar-Trost für Hinterbliebene

Im nächsten Schritt sollen diese Daten dann KI-gestützt in einen Somnium-Avatar eingespeist werden. Neben visuellen Ähnlichkeiten könnte der Avatar etwa die Gestik eines Menschen übernehmen oder sich über ein Dialogsystem auf ähnliche Art und Weise ausdrücken.

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Ziel von Somnium Space ist, dass die mit Persönlichkeitsdaten aufgeladenen Avatare digital ein Stück des Menschen konservieren, von dem die Daten ursprünglich stammen. Die Avatare könnten etwa Gespräche mit Hinterbliebenen führen.

„Wenn ich sterbe – und ich habe diese Daten gesammelt – können Leute oder meine Kinder kommen und sich mit meinem Avatar unterhalten, mit meinen Bewegungen, mit meiner Stimme“, sagt Sychov. Sie könnten so die Person kennenlernen und wenigstens für zehn Minuten das Gefühl haben, direkt mit ihr zu interagieren, statt mit einem Bot oder einer KI.

Somnium Space will den „Live Forever“-Modus in diesem Jahr als kostenpflichtige Funktion starten. Der Preis ist noch nicht bekannt.

Nutzer:innen melden sich freiwillig für das Programm, anschließend zeichnet die Firma ihre Bewegungs- und Gesprächsdaten immer dann auf, wenn sie sich auf ihrem eigenen Stück virtuellem Land bewegen.

Die Daten erhebt das Start-up anonym, sie können jederzeit durch Nutzer:innen gelöscht werden, so das Versprechen. Die Daten würden nur für den Avatar gespeichert, sie seien nicht unmittelbar Teil des Geschäftsmodells, etwa für personalisierte Werbung.

Die ersten KI-Avatare mit realen Persönlichkeitsmerkmalen sollen 2023 starten. Mit fortschrittlicheren KI-Methoden in der Zukunft, das jedenfalls glaubt Sychov, könnten die Avatare anhand der gleichen Menge an VR-Daten zunehmend realistischer gestaltet werden.

Quellen: Vice