VR-Fitness verbessert Gedächtnisleistung und Stimmung – Studie

VR-Fitness verbessert Gedächtnisleistung und Stimmung – Studie

Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass VR-gestütztes Fitnesstraining das Arbeitsgedächtnis und die Stimmung effektiver verbessert als herkömmliches Training oder Ruhe.

FAKTEN

Forscher:innen vom Institute for Human Movement and Medical Sciences an der Universität von Niigata, Japan untersuchten, wie sich körperliches Training mit einer VR-Brille auf das Gehirn auswirkt. Dabei standen besonders die Effekte auf das Arbeitsgedächtnis, das Informationen kurzzeitig speichert, im Fokus.

Die Ergebnisse zeigen, dass schon eine zehnminütige Fitness-Einheit mit VR-Brille die Stimmung und die Leistung bei Arbeitsgedächtnisaufgaben effektiver verbessert, als herkömmliches Work-out oder Ruhephasen. Laut den Forschenden könnte VR-Fitness also ein optimales Programm zur Verbesserung der Arbeitsgedächtnisfunktion sein und sogar Depressionen und Demenz vorbeugen.

An der Studie nahmen 25 gesunde junge Erwachsene teil. Sie absolvierten drei Einheiten: Training ohne VR-Brille, Training mit VR-Brille und Ruhe ohne VR-Brille. Vor und nach den Trainings führten sie eine Aufgabe durch, um die Arbeitsgedächtnisleistung zu messen.

Herzfrequenz und wahrgenommene Anstrengung waren beim Training mit VR-Brille höher als in Ruhe. Die Stimmung war in der VR-Bedingung besser als in den anderen Einheiten und die Arbeitsgedächtnisleistung zeigte nach dem Training kürzere Reaktionszeiten, besonders mit VR-Brille.

Die Messungen der Hirnaktivität zeigten eine Aktivierung in mehreren Regionen während der Arbeitsgedächtnisaufgabe. Eine spezifische Aktivierung bei Nutzung der VR-Brille wurde in bestimmten Hirnregionen beobachtet. Es gab keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Leistung bei der Arbeitsgedächtnisaufgabe und der Aktivität in den untersuchten Hirnregionen. Eine höhere Vitalität war jedoch mit einer besseren Leistung verbunden.

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KONTEXT

XR und KI in Neurowissenschaften und Fitness

XR und KI gewinnen in den Bereichen Neurowissenschaften und Fitness zunehmend an Bedeutung. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist die Geschichte von Erick Gallun, einem Psychologen und Forscher, der seine Genesung von einer lebensbedrohlichen Herzerkrankung auf sein regelmäßiges Training mit VR-Fitness-Apps zurückführt.

Gallun begann während der Pandemie, mit der App Supernatural zu trainieren und bemerkte schon nach kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung seiner körperlichen Fitness. Trotz eines schweren gesundheitlichen Rückschlags Ende 2022, der eine komplizierte Operation erforderte, konnte er dank seiner guten Verfassung durch das VR-Training schnell wieder genesen und sein Training fortsetzen.

Dieses Beispiel verdeutlicht, welch positiven Einfluss VR-Fitness auf die körperliche und geistige Gesundheit haben kann. Durch die immersive Erfahrung in Virtual Reality wird Sport für viele Menschen zugänglicher und motivierender. Regelmäßige Bewegung wiederum senkt nachweislich das Risiko für verschiedene Erkrankungen und trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Auch in der Forschung eröffnen sich durch VR und KI neue Möglichkeiten. Wissenschaftler:innen nutzen diese Technologien beispielsweise, um Krankheiten wie Alzheimer frühzeitig zu erkennen oder die Entstehung von Erinnerungen im Gehirn zu untersuchen. Der Neurowissenschaftler Mikhail Lebedev von der Duke University geht davon aus, dass die Verbindung zwischen KI, XR und Neurowissenschaften in Zukunft noch enger werden wird und das menschliche Gehirn durch Technologie erweitert werden könnte.

Quellen: News-Medical