Von Filmemachern und Entwicklern wird die VR-Brille häufig als “Empathiemaschine” bezeichnet. Sie soll Menschen die Welt aus dem Blickwinkel anderer Personen erfahren lassen und so Mitgefühl wecken. Dass diese These anmaßend sein kann, zeigt das PR-Desaster einer australischen CEO-Vereinigung.

Eigentlich ist das “CEO Zelten” im australischen Sidney eine gute Sache. Die erfolgreichsten Geschäftsführer der Stadt versammeln sich, um Anteil am Schicksal obdachloser Menschen zu nehmen.

Das tun sie für gewöhnlich, indem sie sich eine Nacht betten wie es ein Obdachloser jede Nacht tun muss. Mit der Aktion sammeln sie Spendengelder, die an eine Obdachlosenvereinigung gehen.

In diesem Jahr stand ein besonderer Programmpunkt an: Die CEOs sollten den Kummer obdachloser Menschen durch den Blick in eine VR-Brille erfahren. Die Veranstalter stellten – wenig empathisch – Bilder und Videos der Aktion ins Netz. Der Spott ließ nicht lange auf sich warten.

Bei Twitter meldeten sich zahlreiche Nutzer zu Wort, die sich über die seltsame Herangehensweise wunderten und ärgerten. Den Geschäftsführern wurde vorgeworfen, sie seien realitätsfern und scheuten sich davor, einem echten Obdachlosen zu begegnen. Ein Nutzer sprach gar von einer “Dystopie” – er meint wohl die reiche Oberschicht, die sich virtuell mit dem Schicksal der Unterschicht amüsiert.

Ein weiterer Nutzer reagiert mit beißendem Sarkasmus: “Ja! Sie kämpfen mit der virtuellen Kälte, der virtuellen Gewalt, den virtuellen unbehandelten Krankheiten, der virtuellen Verzweiflung.”

Noch ein Nutzer weist darauf hin, dass die Veranstalte…

MIXED.de XR-Podcast - jetzt reinhören

Aktuell: Radioaktive Daten und VR Auferstehung | Alle Folgen



Hinweis: Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.