Universal Scene Description: Das HTML des Metaverse?

Universal Scene Description: Das HTML des Metaverse?

Damit Metaverse-Anwendungen auf so vielen Geräten wie möglich funktionieren, braucht es einen Standard – etwa USD.

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Das Internet funktioniert dank HTML-Standard super. Denn damit sprechen alle Web-Anwendungen eine gemeinsame Sprache. Für das Metaverse könnte Universal Scene Description (USD) ein solcher Standard werden. Was ist das und was hat Fisch Dory damit zu tun?

Blitzschnelle Kommunikation zwischen 3D-Programmen

In den unendlichen Weiten des Metaverse sollen wir arbeiten, spielen, lernen und vieles mehr. Beim Metaverse handelt es sich – grob vereinfacht - um ein riesiges barrierefreies Netzwerk von erweiterter Realität und dreidimensionalen Welten. Es eines der heißesten Themen in der Tech-Industrie und soll ein Milliardenmarkt werden. Doch es ist unter anderem aufgrund einer fehlenden, allgemeingültigen und leicht verständlichen Definition auch sehr umstritten und steckt überhaupt noch in den Kinderschuhen.

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Metas Horizon Worlds hier und Roblox und Co. dort: Momentan sehen die bekannteren Elemente eines möglichen Metaverse eher aus wie Inselstaaten, getrennt durch unüberwindbare Barrieren. Ich kann nicht einfach Inselhopping betreiben, oder meine virtuelle Währung aus Roblox bei Meta ausgeben. Hingegen nutze ich im Internet dank HTML Dienste von Microsoft auf einem Mac im Browser von Mozilla. Industriegrößen wie Nvidia wollen das ändern - ein HTML für 3D-Welten muss her.

Hier kommen die 3D-Spezialisten von Disneys Animationsstudio Pixar ins Spiel: Während einer Filmproduktion arbeiten hunderte Kreative gleichzeitig an den aufwendigen 3D-Animationen. Da ist Zusammenarbeit und Abstimmung gefragt, damit kein Chaos entsteht. Und so entwickelte Pixar ein einfach erweiterbares Open Source Framework für den Austausch von 3D-Grafikdaten: USD. Die Abkürzung steht für Universal Scene Description, oder zu Deutsch: universelle Szenenbeschreibung.

„Findet Dory“ (2016) war der Pixar-Film, für den das US-Unternehmen USD entwickelte und erstmals einsetzte. Die unterschiedlichsten 3D-Programme konnten damit blitzschnell miteinander kommunizieren und Daten austauschen.

USD als Stützpfeiler eines (industriellen) Metaverse

Grafikprozessorhersteller Nvidia will USD vom Animationsstudio ins Metaverse bringen. Nvidias CEO Jensen Huang beschreibt im Forbes-Magazin das Metaverse als „3D-Erweiterung des Internets“.

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Dank der 3D-Sprache USD hält Nvidia es für möglich, dass viele klassische Industrien verstärkt ins Metaverse drängen. Laut Nvidia arbeiten jetzt schon mehr als 200.000 individuelle Nutzende und 700 Unternehmen mit 3D-Werkzeugen, die auf USD basieren. Und dabei geht es nicht nur um Spiele.

„Öffentlich wird wenig darüber gesprochen, wie das Metaverse den Industrieunternehmen helfen kann“, sagt der fürs Metaverse zuständige Nividia-Manager Rev Lebaredian im Forbes-Magazin.

Die Deutsche Bahn erstellt etwa mithilfe von USD-Plugins einen digitalen Zwilling des deutschen Schienennetzes. Der Wirtschaft geht es darum, die echte Welt im Metaverse darzustellen, um etwa Blackouts und Staus in einer realitätsnahen Umgebung zu simulieren. Auch der deutsche Industriegigant Siemens sowie Pixar, Adobe und Autodesk sind mit im Boot - das Nvidia derzeit steuert. Man wolle mit Nvidia und USD das „industrielle Metaverse“ bauen, sagt der Technologie-Chef von Siemens.

Während USD es ermöglicht, über mehrere 3D-Programme hinweg bei größeren Projekten gemeinsam an Szenen zu arbeiten, gibt es noch weitere Frameworks, die im Metaverse nützlich sein könnten. 3D Tiles streamt riesige 3D-Datensätze in Echtzeit, PhysX beschreibt die Physik und das Verhalten von 3D-Objekten und MaterialX deren Aussehen. USD ist also ein wichtiger, aber wohl nur einer von vielen Bausteinen des Fundaments eines künftigen Metaverse.

Im MIXEDCAST #319 erfahrt ihr noch viel mehr zum Thema USD.

Quellen: Nvidia, Forbes, VentureBeat