Oculus Rift & HTC Vive: Haptik-Controller von Tactical Haptics ausprobiert

Oculus Rift & HTC Vive: Haptik-Controller von Tactical Haptics ausprobiert

Das US-Unternehmen Tactical Haptics arbeitet an einem Paar außergewöhnlicher VR-Controller: Deren Griff besteht aus beweglichen Segmenten, die auf- und abgleiten, wenn man Gegenstände in der Hand hält oder eine virtuelle Waffe abfeuert. Dadurch simulieren sie glaubhaften Widerstand an den Handinnenflächen. Ich habe den neuesten Prototyp auf der GDC ausprobiert.

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Die 3D-Controller sind als Ersatz für Oculus Touch und die Vive-Controller gedacht und haben einen Daumenstick sowie diverse Knöpfe integriert. Wer eine Oculus Rift nutzt, steckt Oculus Touch in eine Halterung am Controller und hat so räumliches Tracking. Vive-Besitzer brauchen zwei Vive Tracker, die an die Controller festgeschraubt werden.

Die Geräte liegen gut in der Hand, fühlen sich massiv und robust an und sind ein ganzes Stück schwerer als die Vive-Controller. Wer gerne VR-Shooter spielt und das Gewicht einer Wumme fühlen möchte, dürfte das ungewöhnlich hohe Gewicht der Controller begrüßen.

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Optisch geben die Controller einiges her: Der Polygon-Look wirkt futuristisch und sexy zugleich. Das Material und die Oberfläche sind hart, rauh und matt. Ganz klar: Die Hersteller wollten keine Hochglanz- und Klavierlackoptik. Stattdessen sollen die Controller durch ihre solide Verarbeitung und ihren etwas rohen, industriellen Look gefallen.

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Der linke und rechte Controller mit eingesetzten Oculus-Touch-Geräten. BILD: VRODO

Magnetische Anziehungskraft

Eine der coolsten Funktionen der Controller: Die Geräte besitzen jeweils drei magnetische Verbindungspunkte, mittels derer sie zu verschiedenen Controller-Konfigurationen zusammengesteckt werden können.

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So sehen die magnetischen Verbindungspunkte aus. BILD: VRODO

Wer in einem VR-Spiel zwei einhändige Waffen in den Händen hält, nutzt die Controller am besten frei und unverbunden. Wechselt man auf ein Maschinengewehr, führt man die Controller zusammen. Dann verbinden sie sich durch die magnetische Anziehung und mit einem befriedigenden Klacken zu einem Controller, der das Handling eines zweihändigen Gewehrs bietet.

Setzt man sich in der Virtual Reality an ein Steuer, zieht man die Controller auseinander und setzt sie in seitlicher Ausrichtung wieder zusammen: Nun hält man ein Lenkrad in den Händen. Das SDK erkennt jede der drei Konfigurationen und reagiert im VR-Spiel automatisch auf den jeweiligen Nutzungskontext.

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Das sind die drei Controller-Konfigurationen. BILD: Tactical Haptics

Eindrucksvoller Haptik-Effekt

Die eigentliche Attraktion der Controller ist das "Shear-Feedback", das durch die auf- und abgleitenden Segmente des Griffs erzeugt wird und haptisch über die simplen Vibrationseffekte der Vive-Controller und Oculus Touch hinausgeht.

In einer VR-Techdemo konnte ich die haptische Qualität des beweglichen Griffs in der Praxis erleben. In der VR-Erfahrung fand mich auf einem fremden Planeten wieder und musste eine Basis gegen Aliens verteidigen. Eine Waffe abzufeuern, fühlte sich sehr viel dynamischer an als mit herkömmlichen 3D-Controllern, da ich an den Handinnenflächen physische Bewegungen spürte.

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Selbst die abweichende Gewichtsverteilung unterschiedlicher Gegenstände kann vom Griff annähernd simuliert werden: Das Handling fühlt sich dank fein abgestimmter Gleitbewegungen anders an, je nachdem, ob man eine kurze oder lange Waffe in den Händen hält.

Zwischen ein- und zweihändigen Gewehren wechselte das Spiel automatisch, je nachdem zu welcher Konfiguration ich die Controller verband.

Ein gutes Produkt sucht Käufer

Wegen der hohen Herstellungskosten werden die Controller derzeit nicht an Verbraucher verkauft. Die Hauptzielgruppe des Unternehmens sind daher VR-Arcadebetreiber. In der IMAX-Spielhalle in Los Angeles kann man die Controller am Beispiel der dort installierten Justice-League-Erfahrung ausprobieren. Das VR-Spiel wurde in Kooperation mit Tactical Haptics für die Controller optimiert.

Das Unternehmen erhielt Ende 2016 Investitionsgelder über 2,2 Millionen US-Dollar. Die drängendste Aufgabe ist jetzt, Interessenten und Käufer für die Hardware zu finden, sagte der leitende Entwickler Michael Jones gegenüber VRODO. Die Arbeit am gezeigten Prototyp sei noch nicht abgeschlossen. Parallel dazu betreibe das Unternehmen Forschung und Entwicklung an weiteren Controllertypen.

Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Internetseite.

| Featured Image: VRODO