Das VR-Spiel Eqqo entführt euch in eine mythische Sagenwelt. Die Kombination aus schöner Grafik, kurzweiligen Rätseln und poetischer Erzählung machen aus dem VR-Titel einen Geheimtipp.

Eqqo ist von äthopischen Legenden und den Werken von Fumito Ueda inspiriert (Ico, The Last Guardian). Es erzählt die Geschichte des blinden Jungen Eqqo, der eine uralte Kultur retten muss.

Wir schlüpfen in die Rolle seiner Mutter, die als Erzählerin und göttliche Kraft in Erscheinung tritt, die dem Sohn auf seiner Reise unter die Arme greift: Mit dem Controller klopfen wir auf eine Stelle am Boden und schon läuft Eqqo zur Geräuschquelle. So steuern wir den Jungen durch die Landschaften und Tempel.

Der Spieler selbst bewegt sich mittels schwebender Sterne durch die Spielwelt. Klickt man auf diese, wird man an die betreffende Stelle teleportiert und nimmt eine neue Perspektive ein.

Eqqo_VR_2Eqqo wacht in  Gefangenschaft auf. BILD: Parallel Studio

Clevere Handinteraktionen

Gleich zu Beginn seiner Reise trifft Eqqo auf einen sterbenden Gott in Gestalt einer weißen, mit Zeichnungen verzierten Schlange und trägt von nun an dessen Ei herum, um es an seinen Bestimmungsort zu führen und auszubrüten. Denn nur wenn der Schlangengottnachwuchs lebt, kann Eqqos Volk und Kultur weiterbestehen.

In imposanten Tempelanlagen müssen wir Eqqo an zahlreichen Gefahren vorbeilotsen und – manchmal unter Zeitdruck – Rätsel lösen, um in das jeweils nächste Gewölbe zu gelangen. Die Rätsel sind abwechslungsreich und nicht zu anspruchsvoll, sodass die Geschichte nicht ins Stocken gerät.

Das VR-Spiel setzt den Go-Controller kreativ ein: Des Öfteren muss man Steinblöcke greifen und ziehen, Objekte werfen oder mit einer Wischbewegung Staub von Wänden entfernen, um den Blick auf Fresken freizugeben. So wird der Go-Controller trotz technisch eingeschränktem 2D-Tracking gefühlt zu einer virtuellen Hand, die in die Spielwelt eingreift.

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In den Tempelanlagen warten Rätsel und Gefahren. BILD: Parallel Studio

Fazit: Ein VR-Kleinod

Die zu durchquerenden Landschaft und Tempel zeugen von vergangenem Aufruhr und Krieg und dass Eqqos Kultur vom Untergang bedroht ist. Die Anlagen wurden geplündert und geschändet und geheimnisvolle Schattenwesen treiben ihr Unwesen, die das Ei entführen und vernichten wollen.

Geschicklichkeit und kämpferisches Talent werden jedoch nur selten benötigt: Eqqo ist eine meditative Erfahrung, die von den Rätseln, der Erzählung, der Architektur und der Beziehung lebt, die man zum blinden Jungen während den rund fünf Stunden Spielzeit aufbaut. Diese Stärken machen Eqqo zu einem VR-Kleinod, das hoffentlich in Kürze den Sprung auf die Oculus Quest schafft.

Eqqo ist im Oculus Store für Oculus Go, bei Google Play für Lenovo Mirage Solo und bei Viveport für Vive Focus erhältlich. Das Spiel kostet fünf Euro.

Titelbild: Parallel Studio


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