Legt Nvidia erst Ende 2020 seine Grafikkarten auf den Tisch? Eine Quelle behauptet, die Gründe dafür zu kennen – und es hat nicht nur mit Corona zu tun.

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Die neuen Grafikkarten der beiden großen Chiphersteller NVIDIA und AMD werden mit Spannung erwartet. Mittlerweile wurden aber wegen der Corona-Pandemie diverse Messen und Präsentationen abgesagt, darunter auch die hauseigene GPU Technology Conference (GTC).

Die gesamte Show sollte stattdessen per Livestream auf mehreren Events in der Zeit vom 22. bis 26. März 2020 gezeigt werden. Auch das wurde abgesagt: Aufgrund der sich zuspitzenden allgemeinen Gesundheitssituation sei eine digitale Keynote so nicht möglich. Zuletzt hieß es, dass am 24. März einige News zu den neuen Produkten veröffentlicht würden, gefolgt von einer Investoren-Konferenz.

Nvidia Ampere: Präsentation auf Q4 2020 verschoben?

Doch die Vorstellung von Ampere scheint sich jetzt auf Ende des Jahres zu verschieben. Laut dem Tech-Magazin Wccftech hat AquiariusZi, eine in Techkreisen bekannte und bislang verlässliche Quelle, behauptet, die RTX 3000-Karten würden frühestens im vierten Quartal 2020 gezeigt.

Dass die Heimanwender-Grafikkarten erst im zweiten Halbjahr gezeigt würden, davon gingen Fachleute sowieso aus. Für die GTC war eine eine Vorstellung von Produkten für Hochleistungsrechner erwartet worden, aber noch nicht die neuen Flaggschiffe für Gamer.

Viel interessanter ist aber, dass die Begründung nicht nur die aktuelle Weltlage rund um die Corona-Pandemie und die damit einhergehende Wirtschaftslage umfasst. Mit Sicherheit erwartet Nvidia, dass der Bedarf für High-End-GPUs aufgrund dessen zurückgeht. Eine Verschiebung der Vorstellung ist an sich also nachvollziehbar.

Respekt vor AMD: Wartet Nvidia „Big Navi“ ab?

Laut dem Leak wurde bei Nvidia die Entscheidung zu großen Teilen aber auch deshalb getroffen, weil man abwarten will, wie sich AMD und sein mit Spannung erwarteter neuer Grafikkartenchip „Big Navi“ schlägt. Die Präsentation der neuen Big Navi-Karten von AMD wird allgemein vor dem vierten Quartal erwartet.

Die Präsentation der technischen Daten der XBox One Series X sowie der PlayStation 5 dürfte ebenfalls unmittelbar damit zu tun haben. Darin stecken offenbar äußerst leistungsfähige AMD-GPUs mit RDNA-2-Architektur. Die ist, neben Raytracing und besserer Energieeffizienz, schon länger auch für „Big Navi“ angekündigt worden.

Besonders interessant wird es, wenn die Leistung der vorgestellten Xbox Series X-GPU mit einer aktuellen Nvidia-Karte verglichen wird. Digital Foundry, die die Xbox Series X mit einem nicht optimierten Gears 5-Portierung ausprobieren durften, sprechen bei einem Benchmark-Äquivalent von einer RTX 2080 Super.

AMD-GPU in Xbox Series X auf RTX 2080-Niveau

Das ist eine ordentliche Marke, vor allem für eine Konsole, die bei derzeitig geplantem Release Ende 2020 einige Euros billiger sein dürfte, als die RTX 2080 Super derzeit kostet (über 700 €). Auch der vor mehreren Wochen aufgetauchte Benchmark, der offenbar eine neue AMD-GPU mit 30 Prozent mehr Leistung als eine RTX 2080 Ti zeigte, dürfte in der Nvidia-Zentrale Aufmerksamkeit erregt haben.

Als derzeitiger Marktführer bei GPUs sieht sich Nvidia aber offenbar noch nicht unter Druck. Der Chip-Hersteller kann es sich durchaus leisten, abzuwarten und vielleicht sogar nochmal zu verschieben.

Außerdem gab es in den letzten Wochen einige sehr positive Gerüchte rund um die RTX 3000-Karten. Beispielsweise soll der GA100-Chip, der wohl mit 7nm-Fertigung gebaut wird, eine Größe von 826mm² aufweisen bei angeblich 55 Milliarden verbauten Transistoren. Das klingt allerdings schon wieder unwahrscheinlich, schließlich wäre das satte 2,6 Mal mehr als bei den GV100-Vhip der Volta-Generation, wie 3DCenter.org zu bedenken gibt.

Macht AMD das Grafikkartenrennen 2020 spannend?

In jedem Falle wird Nvidia mit Ampere deutlich mehr Leistung auf den Tisch legen müssen, als die derzeit aktuelle 2080er-Serie bieten kann. Schließlich kommen die neuen Konsolen mit AMD-GPU bereits in diese Leistungsregionen.

Wenn AMD nun mit „Big Navi“ eine entsprechend starke PC-Grafikkarte auf den Markt bringt, könnte die Entscheidung zwischen einem der beiden Chiphersteller in diesem Jahr vielleicht mal wieder etwas weniger einseitig ausfallen.

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