KI statt Metaverse? Nein, Zuckerberg macht weiter wie gehabt

KI statt Metaverse? Nein, Zuckerberg macht weiter wie gehabt

Zuckerberg verbringe seine Zeit hauptsächlich mit der Arbeit an KI, heißt es. Steht das Metaverse nicht mehr an erster Stelle?

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Metas Technikchef Andrew Bosworth sprach vergangene Woche mit dem japanischen Wirtschaftsmagazin Nikkei Asia. Das Gespräch kreiste um das derzeit wichtigste Thema im Silicon Valley: Künstliche Intelligenz.

Im Februar veröffentlichte Meta die LLaMA-Sprachmodelle als Antwort auf GPT-3 und kündigte die Gründung eines neuen Teams an, das sich auf generative KI fokussiert. Gegenüber Nikkei Asia sagt Bosworth, dass die Kommerzialisierung erster Produkte noch in diesem Jahr beginnen soll. Die Technologie solle Metas Werbegeschäft zugutekommen, indem es für Geschäftskunden maßgeschneiderte Anzeigen generiert. Meta hofft, dass die Technologie mit der Zeit in alle Dienste und Produkte des Unternehmens fließt.

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"Das Team [für generative KI] ist sehr beschäftigt. Es ist wahrscheinlich der Bereich, in dem ich die meiste Zeit verbringe, ebenso wie Mark Zuckerberg und [Produktchef] Chris Cox", sagt Bosworth.

Keine Metaverse-Wende in Sicht

Wer darin nun einen Schwenk auf Künstliche Intelligenz sieht, irrt sich doppelt. Zum einen ist KI bereits der Bereich, in den Meta am meisten investiert. Mark Zuckerberg betonte kürzlich, dass die Weiterentwicklung von KI und deren Integration in jedes Meta-Produkt die "größte Einzelinvestition" des Unternehmens sei. Nur etwa 20 Prozent von Metas Budget fließen in das Metaverse.

Zum anderen wird Meta weiter kräftig in die Reality Labs investieren, also jene Abteilung, die VR- und AR-Produkte entwickelt. Das haben Zuckerberg und Co. wiederholt deutlich gemacht.

Der operative Gesamtverlust der Reality Labs belief sich für das Jahr 2022 auf 13,72 Milliarden US-Dollar und laut Finanzchefin Susan Li werden diese Ausgaben 2023 weiter steigen. Eine Kehrtwende sollte man also nicht erwarten, zumindest gab es bislang keine konkreten Schritte, die solches erwarten ließen.

Die Forschung und Entwicklung in den Bereichen KI und Metaverse fließt zudem oft ineinander und hat viele Synergie-Effekte. Viele Fortschritte im VR- und AR-Segment wären überhaupt nicht denkbar ohne Fortschritte im Bereich der KI. Umgekehrt könnten es eines Tages diese neuen Computerplattformen sein, die aus Künstlicher Intelligenz konkrete Produkte machen, etwa in Gestalt virtueller Welten.

KI statt Metaverse im Fokus: Ein PR-Kalkül?

Im Gespräch mit Nikkei Asia nennt Bosworth ein schlagendes Beispiel für die Anwendung generativer KI auf das Metaverse. "Früher musste ich viel über Computergrafik und Programmierung lernen, wenn ich eine 3D-Welt erstellen wollte", so Bosworth. "In Zukunft könnte man die Welt, die man erschaffen möchte, einfach beschreiben und das große Sprachmodell diese Welt für einen generieren lassen. Das macht Dinge wie die Erstellung von Inhalten für mehr Menschen zugänglich."

Dass Meta in letzter Zeit mehr über KI als das Metaverse spricht oder das M-Wort gänzlich vermeidet, dürfte auch ein PR-Kalkül sein. Der Hype um das Metaverse ist vorbei, das Metaverse out und Künstliche Intelligenz in. Das scheint mittlerweile auch Meta klargeworden zu sein

Dass sich Metas CEO nach außen hin hauptsächlich mit Künstlicher Intelligenz statt mit schwer greifbaren Zukunftstechnologien wie Augmented Reality auseinandersetzt, ist ein Signal, das Investoren positiv stimmt. Dies wird mit ein Grund sein, weshalb Metas Aktie seit November um mehr als 140 Prozent stieg, Tendenz weiter steigend.

Quellen: Nikkei Asia