VR-Zubehör: Ein Rucksack für echtes Sprunggefühl

VR-Zubehör: Ein Rucksack für echtes Sprunggefühl

Ein mechanisches Rucksack-Gewicht soll helfen, in VR ein realistisches Hüpf-Gefühl zu bekommen. Wie funktioniert das?

Wer in VR springen muss, tut das selten durch einen Sprung in der Realität. Sprünge in VR kommen oft mit verhältnismäßig wenig realem körperlichem Einsatz aus. Im PSVR 2 Horizon Call of the Mountain ist das allerdings ziemlich gut gelöst: Dort werden Sprünge durch einen kräftigen Schwung mit beiden Armen ausgelöst, was ein gutes immersives und intensives Gefühl vermittelt.

Forschende der Universität Chicago haben nun den JumpMod-Rucksack entwickelt, der Sprünge in VR immersiver machen soll.

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So funktioniert der VR-JumpMod-Rucksack

VR-Spielende schnallen sich den Rucksack um, der auf dem Rücken eine vertikale Führungsschiene für ein Zwei-Kilo-Gewicht befestigt. Das Gewicht kann sich schnell nach oben oder unten bewegen und simuliert so physikalische Kräfte, etwa Sprung- und Gewichtskraft. Das soll die Schwung-Wahrnehmung bei einem Sprung oder Fall in VR verstärken.

JumpMod erkennt innerhalb von Millisekunden Springen oder Fallen in VR und bewegt das Gewicht entsprechend. Das erzeugt etwa eine Art Auftrieb und Nutzende haben das Gefühl, wirklich oder sogar höher zu springen. Bei der Landung bewegt sich das Gewicht nach unten und sorgt für ein realistischeres Gefühl beim Landen oder Aufkommen.

Im Video wird JumpMod in einem VR-Spiel mit recht merkwürdigen Szenarios gezeigt: Der Spieler läuft durch einen Landwirtschaftsparcours und sammelt Token, um etwa über Kühe zu springen oder im Matsch zu landen.

Mehr Token bedeuteten mehr Sprunghöhe, die durch schnellere Aufwärtsbewegung des Gewichts auf dem Rücken simuliert wird. Dann wieder müssen im Spiel Kürbisse zerstört werden - durch Draufspringen. Der Gewichtsrucksack quittiert das durch Abwärtsbewegung des Gewichts.

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Warum für die Demonstration keine naheliegenderen Szenarien verwendet wurden - etwa ein VR-Basketballspiel - wird das Geheimnis der Entwickler:innen bleiben.

Wenig mehr als ein interessantes Experiment

Die Forschenden stellten ihre Arbeit am 24. April auf der Konferenz Human Factors in Computing Systems in Hamburg vor. JumpMod kann ihnen zufolge auch für das Training von Sprungtechniken durch physikalisches Feedback benutzt werden.

Zu Hause wird diese Technologie so schnell kaum ankommen. Ein für den Heimgebrauch sicherer Rucksack wäre ziemlich sperrig. Zudem ist es fraglich, wer sich ein solches Teil umschnallt, nur um in einem VR-Spiel ein paar Mal ein etwas realistischeres Hüpfgefühl zu erleben - das zudem auch noch von der jeweiligen App unterstützt werden muss. Im Trainingskontext, etwa im Sport oder in der Rehabilitation, könnten sich aber sinnvolle Nutzungsbereiche ergeben.

Es gibt eine ganze Reihe von Haptik-Experimenten und -Produkten, die VR spürbar machen sollen. Handschuhe, etwa von HaptX, werden in bestimmten industriellen Bereichen eingesetzt. Bislang ist für Nutzer:innen zu Hause jedoch noch kaum etwas angekommen. Haptik beschränkt sich hier meist auf Vibrations-Haptik in Controllern. Das beste haptische Feedback für VR bieten derzeit die Sense-Controller der Playstation VR 2.

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Quellen: NewScientist
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