Virtual Reality wird immer häufiger in der Filmproduktion eingesetzt. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist der neueste John-Wick-Streifen.

Es ist eine der einprägsamsten Szenen des Films: John Wick kämpft in einem Glashaus gegen zwei Ninjas. Bevor das spektakuläre Set für vier Millionen US-Dollar in einem Studio errichtet wurde, erhielt der Künstler Alex Nice den Auftrag, den Schauplatz in Virtual Reality zu visualisieren.

“Es war sofort klar, dass ein solches Set beim Planen der Szene Schwierigkeiten bereiten würde”, sagt Nice in einem Interview mit der Spezialeffekte-Webseite Befores & Afters. “Man kann sich vorstellen, wie schwierig es ist, sich das Set wegen der Glaskonstruktion räumlich vorzustellen.”

Nice, der bei Magnopus (Mission: ISS, Blade Runner 2049: Memory Lab, Coco VR) reichlich Erfahrungen mit Virtual Reality sammeln konnte, baute das Set mit der Unreal Engine. Laut Nice hatte die VR-Version des Schauplatzes großen Einfluss auf das endgültige Setdesign.

VR-Set: Vorteile bei fast allen Produktionsschritten

Das VR-Set hatte Vorteile für die gesamte Filmcrew: Der Kameramann konnte vorab mit verschiedenen Beleuchtungsszenarien experimentieren, der Setdekorateur probeweise Requisiten platzieren und die Elektriker planen, wo die Kabel verlaufen sollen.

Der Produzent des Films nutzte die VR-Version des Sets, um herauszufinden, was tatsächlich gebaut werden muss und wie viel die Konstruktion kosten würde.

Das digitale Set war interaktiv, sodass man beispielsweise digitale Schurken in die Szene setzen und mit ihnen interagieren konnte. Die Stuntleute nutzten das VR-Set, um für die Kampfszenen eine genaue Vorstellung der Räumlichkeiten zu erhalten.

Nice programmierte zudem eine virtuelle Kamera, mit der der Regisseur und Kameramann innerhalb des VR-Sets mit Bildausschnitten und verschiedenen Linsen experimentierten. Das Bild wurde auf einen Monitor übertragen, sodass Außenstehende den Bildausschnitt mitverfolgen konnten.

Weitere populäre Beispiele für den Einsatz von Virtual Reality in der Filmproduktion findet ihr in den Links unten.

Titelbild: Alex Nice, Quelle: Befores & Afters

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