Investoren bewerten die Altspace-Pleite: Wie steht es um die VR-Branche?

Investoren bewerten die Altspace-Pleite: Wie steht es um die VR-Branche?

Mit AltspaceVR scheiterte eines der Virtual-Reality-Vorzeigeprojekte. Investoren und Analysten schätzen die Wirkung auf den Markt ein.

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Die Investoren beschreiben zwei Strategien, um eine virtuelle Social-Welt zu entwickeln. Zum einen könnten Startups versuchen, eine möglichst robuste Infrastruktur und eine weitläufige Umgebung aufzubauen.

Alternativ könnten sie eine optimale Nutzererfahrung entwickeln und einzelne Aspekte der Interaktion fokussieren, diese dafür aber auf einem qualitativ hohen Niveau umsetzen.

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Während sich Facebooks Social-VR-App Spaces der letztgenannten Strategie verschrieben hat, verfolgte AltspaceVR den Infrastrukturansatz. Das Netzwerk expandierte schnell in möglichst viele Ökosysteme und bot viele Features und Funktionen, ein großer Teil davon allerdings nicht völlig ausgereift.

"Ich denke, dass es eine virtuelle Welt wie Altspace eines Tages schaffen kann, aber wahrscheinlich wird es eine App, die mit sehr eingeschränkter Funktion startet und von diesem Punkt aus in ein vollständiges Netzwerk wächst", sagt Amitt Mahajan vom Risikokapitalgeber Presence Capital.

Er glaubt, dass selbst Smartphone-VR-Brillen noch mindestens 18 bis 24 Monate von einer weiteren Verbreitung entfernt sind.

Realitätscheck für die Branche

Auch Greg Castle von Anorak Ventures bevorzugt das Wachstum von innen nach außen. Altspace und der Second-Life-Nachfolger Sansar verließen sich darauf, dass andere Entwickler unterhaltsame Erfahrungen an der eigenen Infrastruktur andocken, so Castle.

Die Social-App Rec Room oder Star Trek versuchten hingegen, von Anfang an hochwertige Unterhaltung zu bieten und so eine treue Nutzerschaft aufzubauen.

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"Aufgrund der Nutzerzahlen und der geringen Wachstumskurve bevorzuge ich als Investor die zweite Strategie", sagt Castle. Für die "schaumige Branche" sei die Pleite von Altspace ein Realitätscheck.

Überzogene Erwartungen führten zur Pleite

Der Investor Tipatat Chennavasin weist auf das geringe Umsatz- und Wachstumspotenzial von Altspace für die kommenden Jahre hin.

"Bei weiterführenden Finanzierungen spielen messbare Ergebnisse eine größere Rolle. [...] Ich befürchte, dass ihre Zeitplanung nicht zu den Wachstumserwartungen der Investoren gepasst hat, was einfach schwierig ist, weil so wenige VR-Brillen am Markt sind", sagt Chennavasin.

Stephanie Llamas vom Marktforschungsunternehmen Superdata Research spricht von einem "guten Unternehmen, das an den verfrüht überzogenen Erwartungen an die komplette Industrie scheiterte".

Investoren seien verschreckt, da der Markt überbewertet sei. Sie überdächten ihre Risiken und bewerteten Chancen aufgrund des langsamen Marktwachstums eher konservativ.

Altspace bezeichnet sie als Pionier im Bereich Social-VR: "Das Projekt hätte nicht abgebrochen werden dürfen und ich denke, dass es eine Tragödie für die Industrie ist."

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| Featured Image: AltspaceVR | Source: Venturebeat