Into the Radius VR: Packendes Survival in der surrealen Zone

Into the Radius VR: Packendes Survival in der surrealen Zone

Into The Radius verbindet einen übersinnlichen Survival-Shooter mit sorgfältiger Pflege von Waffen und Ausrüstung. Wir haben reingespielt.

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Nichts ist mehr wie es war in der abgelegenen sowjetischen Bergwerksstadt Pechorsk. Statt Menschen wandeln geisterartige Wesen durch eine surreale Sperrzone voller entwurzelter Bäume und schwebender Bauwerke. Eure Aufgabe im VR-Spiel Into the Radius VR: in diesem Chaos überleben.

Mit seinem Story-Modus richtet das Spiel von CM Games an Einzelspieler. Nach dem Ende der Early-Access-Phase habe ich mich in den VR-Überlebenskampf begeben. Was macht das Spiel besonders und vielleicht sogar besonders gut?

Finsterer Survival-Shooter in VR

Als offenbar letzter Überlebender eines rätselhaften Unfalls erforsche ich die bizarre Zone und muss dabei meine Gesundheit im Auge behalten. Die blubbernden Raumzeit-Anomalien können mich empfindlich zurückstoßen, wenn ich ihre teilweise leuchtenden Pulse nicht rechtzeitig entdecke.

Passend zur Geschichte im Jahr 1987 ist mein einziger Kontakt zur Außenwelt ein ratternder Rechner. In meiner sicheren Basis hole ich mir unterschiedlich priorisierte Missionen vom United Nations Pechorsk Special Committee (UNPSC) ab. Auf Wunsch kann ich gleich mehrere aktive Aufträge parallel angehen.

Vom verdienten Geld kaufe ich neue Gewehre und Aufsätze wie Zielfernrohre oder Schalldämpfer, um in der Einöde weniger aufzufallen. Manchmal muss ich die Schatten oder aus der Deckung sprintenden Geister-Sherriffs sogar anlocken: Gute Fotos liefere ich später an die UNPSC, um die Erforschung voranzutreiben.

Meist empfiehlt es sich jedoch, auf leisen Sohlen an Erdwällen oder Hallenwänden entlangzuschleichen, um nicht zu viele Gegner anzulocken. In vielen Aufträgen geht es schließlich darum, einen Gegenstand, etwa einen Fotofilm aufzuspüren – und nebenbei den Rucksack mit lebenswichtiger Beute aufzufüllen.

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Into the Radius: Botschaften aus dem Äther

Zwischendurch erreichen mich immer wieder Hilferufe der Lichtgestalt Katja. Sie und ihre finsteren Leidensgenossen liefern mir immer wieder neue Hintergrundgeschichten in Form kurzer Audiobotschaften. Die Story steht hier zwar nicht im Mittelpunkt, die kleinen Erzählungen machen mich aber neugierig auf mehr.

Ein Spielender schießt mit dem Scharfschützengewehr auf eine pechschwarze Gegnerfigur.

Auf der Quest 2 läuft die Kulisse weitgehend flüssig. Bei der Detailfülle und der Beleuchtung gibt es aber deutliche Abstriche. | Bild: CM Games

Manchmal jagen mir die plötzlich auftauchenden tiefschwarzen Gestalten einen ordentlichen Schrecken ein. Der Grund ist weniger ein Jump-Scare, sondern mehr die dichte Stimmung in der bizarren Welt. Das gilt besonders, wenn ich in der Nacht auf Entdeckungstour gehe.

Nicht nur das aus Wänden quellende tödliche Stachelgras mahnt mich zur Vorsicht: Gegner rotten sich regelmäßig am Rande von Gebäuden zusammen, um dort bedrohlich (und zu laut, die Sound-Abmischung passt hier noch nicht) auf sich aufmerksam zu machen. In Gebäude kommen die Wesen komischerweise fast nie – vielleicht können sie keine Türen benutzen?

Wenn es aber doch mal dazu kommt und mich so ein Ding beim Plündern überrascht, lasse ich vor Schreck schon mal die Taschenlampe fallen. Später bekomme ich immerhin Zugriff auf nützliche Gadgets wie eine Stirnleuchte.

Steuerungsmängel im Überlebenskampf

Das große Rucksack-Inventar ist klar schlechter umgesetzt als in The Walking Dead: Saints & Sinners oder anderen Survival-Shootern. Im großen Hauptfach ragen viele Objekte einfach wild und unübersichtlich ineinander. Das Anpeilen und Aufheben von Objekten mit den beiden Triggern der VR-Controller ist in hektischen Momenten ebenfalls zu ungenau.

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Das gilt auch für den unpraktisch platzierten Inventar-Gürtel am Körper. Seinen Inhalt erreiche ich – vor allem, wenn ich im Sitzen spiele –  oft nur mit sehr umständlichen Controller-Bewegungen. Bei Schusswechseln oder wenn ich nach einem Messer greife, führen solche Ungenauigkeiten schnell zu empfindlichem Gesundheitsverlust.

Auf dem PC wirkt die hübscher beleuchtete VR-Kulisse allgemein weniger stumpf. | Bild: CM Games

Manchmal rutschen wichtige Objekte durch Löcher am Rande der Spielwelt und sind danach nicht mehr zu erreichen. Oder der Inventargürtel befindet sich plötzlich hinter meinen Rücken. Glücklicherweise lässt sich das Spiel aber jederzeit abspeichern, um diese Fehler schnell wieder auszubügeln.

Wenn die Technik mitspielt, sorgt das Waffenhandling aber für spannende Momente. Nur wenn ich vor meinem nächsten Trip alle Pistolen-Magazine auffülle, gehen mir im Zweifelsfall nicht die Kugeln aus. Besonders viel Spaß macht es, mit den Bewegungs-Controllern Flinten-Munition nachzuladen oder an einer Halterung zu verstauen.

Ein klemmender Pistolenschlitten sorgt für böse Überraschungen, wenn ich ihn nicht rechtzeitig wieder zurückziehe. Damit es gar nicht erst dazu kommt, ist schon in der Basis eine gute Vorbereitung nötig. Hier muss ich Waffenteile sogar regelmäßig mit Öl einsprühen und den Lauf mit Bürste und Papiertuch säubern. Das sorgt in der Zone für verlässlich funktionierende Schießeisen. In der persistenten Welt ist ohnehin viel Sorgfalt beim Aufräumen gefragt.

Into the Radius: Klasse VR-Survival-Shooter

Mitgebrachte Fundstücke bleiben genau dort liegen, wo ich sie fallen lasse, unter anderem Schokoriegel gegen den Hunger und für mehr Ausdauer. Dosennahrung „pickt“ ihr sogar postapokalyptisch-stilvoll mit dem Messer aus der Konserve.

Zwei schwarze kleine Tentakelmonster springen an einer Häuserwand empor.

Schreck lass nach: Diese schnellen Fransenmonster spürte ich einmal sogar an meinem Arm. In Wahrheit war es zum Glück nur mein aus dem Hemd gerutschtes Kopfhörerkabel. (Hier: Quest 2-Version) | Bild: CM Games

All das schafft zwischen den Missionen tatsächlich das Gefühl, mich in einem Überlebenskampf zu befinden, auf den ich mich peinlich genau vorbereiten muss. Die wundersame Welt und ihre zuckenden Kreaturen unterstützen die Atmosphäre ebenfalls, auch wenn sich die technische Umsetzung nur im Mittelmaß bewegt.

In der Fassung für PC-VR bieten Waffen und einige Gegenstände aus der Nähe hübsch glänzende Details. Einige unscharfe Erdhaufen und Holzvertäfelungen sehen hingegen etwas stumpf und altbacken aus.

Auf der Quest 2 gibt es sichtbar weniger Details. Gerade im Freien sind die Kulissen hier von weniger authentisch wirkenden Trümmern übersät. Das gelungene Artdesign und eine meist saubere Performance schaffen aber auch auf der Quest 2 ein stimmiges Gesamtbild.

Schlussendlich entfaltet der Überlebenskampf schon in seinen ersten Stunden eine gewisse Suchtwirkung, trotz einiger Probleme wie der manchmal hakeligen Steuerung. Über 90 Prozent positive Bewertungen auf Steam und fast volle fünf Sterne im Quest-Store sprechen hier eine deutliche Sprache: Into the Radius VR ist ein richtig gutes Survival-Spiel für Virtual Reality.

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