In Facebooks Virtual Reality darf man nicht alt, dick oder traurig sein

In Facebooks Virtual Reality darf man nicht alt, dick oder traurig sein

Spaces ist Facebooks Versuch, soziales Miteinander ähnlich wie im echten Leben in der Virtual Reality zu ermöglichen. Das Avatar-System, mit dem man sein virtuelles Alter Ego entwirft, ist ein wichtiger Bestandteil dieser Erfahrung. Für die Beta-Version traf Facebook zum Teil fragwürdige Entscheidungen bezüglich des Gestaltungsspielraums.

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Das Eintauchen in die VR-Welt bietet sich als Gelegenheit, in eine andere Persönlichkeit zu schlüpfen – auch optisch. Einige Menschen gestalten ihr virtuelles Alter Ego daher bewusst so, dass es dem realen Ebenbild nach Möglichkeit nicht ähnelt.

Anderen wiederum ist es wichtig, ihr reales Wesen möglichst exakt in der Virtual Reality abzubilden. So zum Beispiel tickt der VR-Entwickler Reverend Kyle, der ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hat.

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Er stört sich daran, dass er sein virtuelles Ebenbild nicht ähnlich voluminös gestalten kann wie seinen realen Körper. Denn ein Spaces-Avatar kann derzeit weder dick noch alt sein. Der durchschnittliche Facebook-VR-Mensch ist zwischen 25 und 35 Jahre alt und schlank.

"Ich hoffe, dass ich nicht den Rest meines virtuellen Lebens mit meinem Kopf auf Marc Zuckerbergs Körper herumlaufen muss. Das fühlt sich nicht richtig an", schreibt Kyle in seinem Blog.

Während die fehlenden Optionen für mehr Körperfülle und das Alter der Avatare wahrscheinlich der frühen Beta-Version geschuldet sind und in zukünftigen Versionen ergänzt werden dürften, irrtiert eine andere Entscheidung von Facebook deutlich mehr.

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Virtueller Frohsinn

Die Avatare in Spaces können zwar fröhlich, erstaunt oder kritisch dreinblicken, ein trauriger Gesichtsausdruck ist jedoch nicht gestattet. Dass es sich dabei um ein Versehen handelt, ist wohl eher unwahrscheinlich.

Nun gibt es keinen Grund anzunehmen, dass Spaces-Avatare dauerhaft glücklich sein müssen - immerhin bietet Facebook auf der eigenen Web-Plattform oder in der Smartphone-App auch traurige Emoticons an. Aber der Verdacht liegt nahe, dass das soziale Netzwerk zumindest zum Start der neuen Plattform in erster Linie gut gelaunte Avatar-Gesichter präsentieren möchte.

Die VR-Nutzer fotografieren sich in Spaces und veröffentlichen die Bilder anschließend im Nachrichtenstrom bei Facebook. Gut gelaunte und erstaunte Gesichter machen eher neugierig auf das, was da in der Virtual Reality vor sich geht.

Das mag aus Facebooks Perspektive ein harmloser Griff in die Marketing-Trickkiste sein, hinterlässt aber einen fahlen Nachgeschmack bei der ansonsten beeindruckenden Social-App. Es zeigt, wie leicht die virtuelle Welt von außen manipuliert werden kann, wenn ein einzelner Betreiber die alleinige Kontrolle hat und es keine offenen Standards für Interaktion und Darstellung gibt.

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