Der hohe Ausstoß an Treibhausgasen wird früher oder später dazu führen, dass die Meere versauern. Das Virtual Human Interaction Lab der Universität Stanford zeigt in einer neuen VR-Erfahrung die Folgen dieser Entwicklung.

Kabetec VR-Brille

Rund 30 Prozent des vom Menschen erzeugten Kohlenstoffdioxids gelangt in die Meere, wodurch der Säuregehalt des Wassers nach und nach steigt. Dies führt dazu, dass Korallen, Austern und und Muscheln keine Skelette und Schalen mehr bilden können und sterben. Da diese Lebensformen die Grundlage aller anderen Meeresbewohner sind, wären diese ebenfalls bedroht. So würde die Versauerung des Meeres am Ende auch all jene Menschen treffen, die von der Bewirtschaftung der Meere leben.

Anschauliche Darstellung der Auswirkungen

Die “Stanford Ocean Acidification Experience” für HTC Vive entstand unter der Leitung von Jeremy Bailenson und führt auf anschauliche Weise die drastischen Folgen dieser Entwicklung vor. Zu Beginn befindet man sich inmitten eines Verkehrsstaus und sieht, wie Kohlenstoffdioxid-Molekühle aus dem Auspuff eines Wagens entweichen und in die Atmosphäre gelangen. Dann wechselt die Szene und man befindet sich auf einem Segelschiff auf dem offenen Meer. Hier fallen die Moleküle vom Himmel herab ins Meer und bilden neue chemische Verbindungen mit dem Meereswasser, die dessen Säuregehalt erhöhen.

Nun taucht man auf den Grund des Ozeans und findet sich inmitten eines Korallenriffs wieder. Hier übernimmt man die Aufgabe eines Meeresforschers, der eine Bestandsaufnahme vornimmt und mit Fähnchen Meeresschnecken markiert, um  zu ermitteln, wieviele Exemplare in der unmittelbaren Umgebung leben. Danach werden die Auswirkungen der Versauerung gezeigt und das farbenfrohe Korallenriff verwandelt sich in einen leblose, bräunliche Masse. Nach Meeresschnecken hält man jetzt vergeblich Ausschau: sie sind unter diesen Bedingungen nicht mehr lebensfähig.

Virtual Reality soll das Bewusstsein für den Klimawandel wecken

Die virtuelle Umgebung und der gezeigte Effekt der Versauerung sind nicht frei erfunden, sondern einem real existierenden Korallenriff in der Nähe der italienischen Insel Ischia nachempfunden. Die Besonderheit dieses Korallenriffs ist, dass es vulkanische Öffnungen enthält, aus denen Kohlenstoffdioxid entweicht. Anhand dieser einzigartigen Bedingungen konnten Meeresforscher ermitteln, welche …

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