In “Eye of the Owl” besucht man das Atelier des niederländischen Malers Hieronymus Bosch, der vor fünfhundert Jahren eines der faszinierendsten und zugleich rätselhaftesten Werke der Kunstgeschichte schuf: “Der Garten der Lüste”. Mit Hilfe von Virtual Reality lässt sich das monumentale Triptychon auf eine Art und Weise betrachten, die bisher nicht möglich war. Ein virtuelles Alter Ego des Künstlers führt einen derweil in die reichhaltige Motivik des Werks ein.

Boschs Gemälde besteht aus drei Teilen. Das mittlere Bild zeigt eine Vielzahl menschlicher Figuren, die ausgelassen den sinnlichen Freuden irdischen Daseins frönen. Links und rechts ist es von Darstellungen des Paradieses und der Hölle gerahmt. Was an dem Werk ganz besonders beeindruckt, ist die überquellende Fülle an Motiven und Details. Es ist dermaßen reich an Bildideen, dass es genug Material für mehrere Dutzend Einzelgemälde bieten könnte.

Erst in der Virtual Reality wird man sich dieser Dichte an Motiven und Details voll und ganz bewusst. Betrachtet wird das Bild in einer Rekonstruktion von Boschs Atelier. Dank dem raumfüllenden Tracking von HTC Vive kann man sich dem Werk, das im Original zwei Meter hoch und zwei Meter lang ist, ganz natürlich nähern. Der Vive-Controller wird zu einer riesigen Lupe, die zwei Vergrößerungsstufen bietet.

Hält man diese über das Gemälde, erkennt man selbst kleinste Details. Für das virtuelle Gegenstück des Kunstwerks wurde vom Original ein hochauflösender Scan angefertigt, der selbst einzelne Pinselstriche und altersbedingte Risse in der Farbe erkennen lässt.

Bosch erklärt sein Kunstwerk

Ein virtuelles Alter Ego des Künstlers ist ebenfalls anwesend und kommentiert sein Werk. Einige der Motive sind markiert und können mit dem Vive-Controller aktiviert werden. Dann erzählt der Künstler etwas zu dem ausgewählten Motiv. Man selbst wird währenddessen auf die Größe einer Maus geschrumpft…

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