HTC Vive mit Steam VR

März 2015: HTC und Valve betreten gemeinsam die VR-Bühne. Eine vielversprechende Partnerschaft - Valve ist führender Anbieter im Vertrieb von digitalen PC-Spielen, betreibt unter anderem die Vertriebsplattform "Steam", die weltweit mehr als 100 Millionen Nutzer hat.
HTC hat Erfahrung im Hardware-Design und bringt Know-how insbesondere im Bereich der Display-Technologie mit. In kürzester Zeit konnten HTC und Valve gemeinsam die Herzen vieler VR-Gamer gewinnen. Mittlerweile wird HTC Vive in einem Atemzug mit Oculus Rift genannt. Auf der Gamescom 2015 konnte HTC Vive sogar vor allen anderen VR-Brillen den Preis für die "beste Hardware" gewinnen. Wer HTC Vive testen durfte, ist insbesondere von den Controllern und dem ausgereiften Trackingsystem begeistert. In einem rund 20m² großen Radius kann sich der Nutzer frei bewegen und so komplett in die virtuelle Realität eintauchen. Alle anderen VR-Brillen-Hersteller demonstrierten Virtual Reality bisher nur im Sitzen oder im Stehen.
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Bis zu 16m² Bewegungsfreiheit dank Lighthouse und Chaperone

Die 3D-Controller im Laufe der Zeit, ganz links ein erster Prototyp, ganz rechts die finale Version. BILD: HTC
Aufbau und Display von HTC Vive
In HTC Vive sind zwei OLED-Displas verbaut, die mit je 1080 x 1200 Pixel pro Auge (insgesamt 2160x1200) auflösen. Angesteuert wird das Panel mit 90 Hertz, VR-Anwendungen laufen also, wie bei Oculus Rift oder Playstation VR, mit maximal 90 Bildern pro Sekunde. Außerdem bietet HTC das weiteste Sichtfeld von allen VR-Brillen, das bei etwa 110 Grad horizontal und 113 Grad vertikal liegen soll. Im Vergleich dazu ist das Sichtfeld von Oculus Rift CV1 deutlich enger und liegt nur bei etwa 94 Grad horizontal und 93 vertikal. Der auf dem Papier drastische Unterschied fällt bei der realen Nutzung aber kaum auf. Wer tiefer einsteigen will, findet hier sämtliche Messergebnisse.
Außerdem wird ein Display mit Low-Persistence verwendet, das die Pixel nicht zeilenweise aktualisiert, sondern alle Pixel zeitgleich. Dadurch werden hässliche Nachzieh- und Schmiereffekte reduziert. Auffällig sind die außen am Headset angebrachten Fotowiderstände, die das Tracking-System Lighthouse dabei unterstützen, den Spieler in der rund 16m² großen Fläche korrekt zu orten.
Nur was für Gamer? Nö.
Trotz der strategischen Partnerschaft mit Valve geht es HTC langfristig um mehr als nur Spiele. Gegenüber The Verge äußerte Peter Chou, CEO von HTC, dass er davon überzeugt sei, dass sich VR-Technologien in allen Lebensbereichen etablieren können. „Wir glauben, dass Virtual Reality unsere Interaktion mit der Welt grundsätzlich verändert. Es wird eine Mainstream-Technologie. Live-Konzerte virtuell besuchen, Geschichte lernen, Erinnerungen loslassen", erklärt Chou. HTC befindet sich bereits in Gesprächen mit HBO, Google und Lionsgate um VR-Erfahrungen über Spiele hinaus anbieten zu können. Im medizinischen Bereich wurde außerdem ein spezielles Angebot für Ärzte entwickelt, damit sich diese in VR-3D-Umgebungen auf Operationen vorbereiten können oder um Patienten die OP-Schritte in Virtual Reality zu erklären. Laut Engadget plant unter anderem Audi, die VR-Brille für virtuelle Testfahrten im Laden einzusetzen.
Release und Preis von HTC Vive - VR-Brille kostet 899 Euro, Lieferung innerhalb von 72 Stunden
Ursprünglich sollte HTC Vive schon Ende 2015 erscheinen, wurde dann aber auf den April 2016 verschoben. Ein überarbeitetes Entwicklerkit, das weitgehend identisch mit der finalen Consumer-Version ist, erschien bereits Anfang Januar und wurde auf der CES in Las Vegas erstmals präsentiert. Rund 7.000 zusätzliche VR-Brillen der HTC Vive Developer Kit "Pre" wurden im Januar 2016 an Entwickler ausgeliefert.
Am 29. Februar 2016 starteten die Vorbestellungen für die Consumer-Version. Aus Deutschland muss man auch jetzt noch über den Online-Shop bestellen, wann die VR-Brille in den Einzelhandel kommt, ist derzeit nicht bekannt. Der Preis für die VR-Brille beträgt 899 Euro zuzüglich Porto, verschickt wird sie seit dem 1. April. Mit im Paket sind die beide kostenlosen Spiele "Fantastic Contraption" und "Job Simulator" sowie Googles kostenlose Mal- und Zeichnen-App "Tilt Brush". Seit Anfang Juni verspricht HTC eine weltweite Lieferung innerhalb von 72 Stunden.
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