Hearthstone VR: Blizzard arbeitete an VR-Prototyp des Kartenspiels

Hearthstone VR: Blizzard arbeitete an VR-Prototyp des Kartenspiels

Blizzard erteilte Virtual Reality schon früh eine Absage, experimentierte jedoch mit dem Medium: In einem VR-Prototyp des Sammelkartenspiels Hearthstone konnte man in einer azerothianischen Kneipe herumlaufen und sich mit anderen Spielern virtuell an einen Tisch setzen, um eine Runde Hearthstone zu spielen.

Das Spielemagazin Powerup! sprach mit den Hearthstone-Entwicklern Dave Kosak und Hadidjah Chamberlain und fragte, ob man auf eine VR-Version des Spiels hoffen dürfe.

Dabei gaben die Blizzard-Angestellten interessante Details heraus: Zwei Entwickler sollen während eines zweiwöchigen Blizzard-Hackathons einen VR-Prototyp von Hearthstone geschaffen haben. Darin konnte man sich frei in der Taverne bewegen, sich mit einem anderen Spieler an einen Tisch setzen und Karten händisch auf den Tisch werfen. Verlor man, durfte man vor Wut den Tisch umstoßen.

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Kosak fand die Idee „ziemlich cool“, glaubte jedoch, dass Spieler letzten Endes lieber mit ihrem Finger auf einem Tablet spielen würden.

Oculus wollte Hearthstone VR

In der Oculus-Chronik „The History of the Future“ (Amazon-Link) ist an einer Stelle ebenfalls von Hearthstone VR die Rede.

Im Frühjahr 2014 besuchten die Oculus-Angestellten Aaron Davies und Max Cohen Blizzard, um über Virtual Reality zu sprechen. Davis war nach dem Meeting begeistert. „Die naheliegendste und relevanteste Gelegenheit böte Hearthstone“, schrieb Davis an den damaligen Oculus-CEO Brendan Iribe. Davis sah in der VR-Portierung des Sammelkartenspiels eine potenzielle Killer-App für die 2015 erscheinende Samsung Gear VR.

Iribe teilte seinen Enthusiasmus nicht, weil er die PC-VR-Brille Oculus Rift als Zielplattform für große VR-Titel sah. Gear VR sei „ein nettes Produkt und gimmickhaftes Spielzeug“. Das Gerät gebe einen Vorgeschmack auf VR, könne jedoch nicht deren Magie vermitteln, meinte Iribe.

Blizzard experimentiert mit Warcraft AR

Hearthstone VR materialisierte sich indes für keine der beiden Plattformen und 2016, kurz vor Marktstart von Oculus Rift und HTC Vive, erteilte Blizzard-Manager Chris Metzen dem Medium eine Absage. Das Studio wolle erst die Marktentwicklung beobachten. Dabei blieb es bis heute.

Von größerem Interesse für Blizzard könnte Augmented Reality sein: Einem Bericht aus 2018 zufolge sind viele Blizzard-Entwickler große Pokémon Go-Fans, sodass mit einer AR-Version von Warcraft experimentiert wurde. In die Pläne des Unternehmens, im lukrativen Mobile-Markt stärker Fuß zu fassen, würde ein „Warcraft AR“ jedenfalls passen.

Titelbild: Blizzard, Quelle: Powerup!

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