Firebird: La Peri beweist eindrucksvoll, dass Virtual Reality das Potenzial hat, Menschen in fremde Welten zu transportieren. Beispielsweise auf die Bühne einer virtuellen Ballettaufführung, die künstlerisch hochwertig mit digitalen Elementen verziert wurde. 

Firebird: La Peri ist weder Spiel, noch Film, noch reine Kunst – die Anwendung mischt all diese Elemente und wird in seiner Gesamtheit zu einer zauberhaften Erfahrung, die den VR-Brillenträger für rund 15 Minuten in eine andere Welt entführt. In dieser wird man zum Protagonisten einer klassischen Ballettaufführung. Keine Sorge, man muss nicht tanzen können wie eine Primaballerina, um Freude an dem Feuervogel zu haben. Die interaktiven Elemente laden zwar zur aktiven Teilnahme ein, können aber auch von Bewegungslegasthenikern problemlos bewältigt werden. Entwickelt wurde die Anwendung von Innerspace VR mit Sitz in Los Angeles und Paris.

In insgesamt vier Akten durchlebt man La Peri, ein Ballettstück des französischen Komponisten Paul Dukas aus dem Jahr 1912. Anstatt im Publikum zu sitzen und den Blick auf die Bühne zu richten, steht man auf der Bühne. In der Rolle des Iskender, der besessen ist von seiner Suche nach der Unsterblichkeit, treibt man die Handlung voran. Aufgabe ist es, vier Blüten einer Feuerblume einzusammeln, die dem Besitzer das ewige Leben verspricht. Doch gibt es dieses nicht ohne Opfer und am Ende der Erfahrung gilt es, eine moralische Entscheidung zu treffen.

Die Choreographie der Tänzerin wurden mittels eines Motion-Capture-Verfahrens aufgezeichnet und lebensecht auf einen virtuellen Avatar übertragen, der feurig und funkenschlagend über die Bühne wirbelt. Dank VR-Brille erlebt man dieses Spektakel in Lebensgröße. Visuell ist diese virtuelle Interpretation des traditionellen Ballettstücks höchst beeindruckend und gehört sowohl technisch als auch ästhetisch zweifellos zu den schönsten VR-Erfahrungen, die derzeit erhältlich sind. Für ein paar Minuten fühlt man sich als authentischer Bestandteil einer märchenhaften Welt, die an frühe Disney-Filme erinnert.

Der britische Schauspieler John Rhys-Davies führt als Erzähler durch die Geschichte, unter anderem spielte er Gimli in der Verfilmung von Herr der Ringe. Nach seiner ersten VR-Erfahrung sagt er: “Wir stehen am Anfang eines neuen Zeitalters, das fast kein Limit kennt.”

Zehn Euro für 15 Minuten Entertainment – zu teuer?

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