Experiment: Wie reagiert das Gehirn einer Ratte auf Virtual Reality?
Seit rund einem Jahr werden Virtual-Reality-Brillen verkauft und von zahlreichen Anwendern genutzt. Was genau die neue Technologie mit unserem Gehirn macht und langfristig machen könnte, darüber rätselt die Wissenschaft noch.
In 2014 begannen Wissenschaftler an der Universität Los Angeles mit der Wirkung von VR-Szenarien auf Ratten zu experimentieren. Untersucht wurde, wie die Neuronen im Hippocampus in der Virtual Reality feuern. Das ist die Hirnregion, die unter anderem für die räumliche Wahrnehmung und Erinnerung zuständig ist.
Für das Experiment wurden die Versuchstiere in eine Art IMAX-Center für Ratten gesetzt. Rundum von Bildschirmen umgeben, mussten sie sich in einem Laufstall durch die virtuelle Version eines Labyrinths bewegen, das sie zuvor baugleich in der Realität durchliefen.
___STEADY_PAYWALL___60 Prozent der Neuronen schalten sich im VR-Labyrinth aus
Das Ergebnis des Versuchs: Das Gehirn der Ratten reagierte in der virtuellen Umgebung anders als im realen Labyrinth. Der Hippocampus zeigte deutlich weniger Aktivität. Im Vergleich zum realen Szenario reagierten nur 40 Prozent der Neuronen.
Laut dem Studienleiter Mayank Mehta feuerten die Neuronen nur mehr zufällig und folgten keinem erkennbaren Muster. Die gedankliche Landkarte sei völlig aus dem Gedächtnis der Ratten verschwunden.
Solche massiven Veränderungen bei der Gehirnaktivität treten laut Mehta ansonsten nur bei Erkrankungen auf. Außerdem habe die virtuelle Aktivität das Gehirn der Ratten "auf unkonventionelle Art neu verdrahtet".
Die neuronalen Muster im Gehirn seien in der Virtual Reality völlig anders als in der Realität. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass sich diese Veränderungen langfristig auswirken. "Ob es gut oder schlecht ist, weiß ich nicht", sagt Mehta.
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Der Versuch wird nicht an Menschen wiederholt, da die Komplexität des menschlichen Hirns im Vergleich zur Ratte so viel größer ist, dass die Wissenschaft noch keine ausreichend präzisen Messverfahren hat.
Es ist daher völlig offen, ob und wie solche Resultate auf den Menschen übertragbar sind. Hinzu kommt, dass die im Versuch verwendete Technologie nicht den Standards aktueller VR-Brillen entspricht. Die wissenschaftliche Publikation zum Experiment ist hier einsehbar.
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