Die Virtual-Reality-Branche sieht sich mit einem Henne-Ei-Problem konfrontiert: Wenige potenzielle Software-Käufer bedeuten, dass auch weniger Geld in hochwertige Inhalte investiert wird. Darunter leidet die Qualität der Inhalte, was wiederum dazu führt, dass weniger Menschen Ansporn haben, die teure Hardware zu kaufen. Chris Hewish vom VR-Entwicklerstudio Survios glaubt jedoch, dass Virtual Reality nicht erst im Mainstream ankommen muss, bevor sich Triple-A-Titel lohnen.

Hewish muss es wissen, denn das erste Spiel seines Studios wurde direkt zum Hit. Der 360-Grad-Shooter “Raw Data” erreichte eine Spitzenposition in den Steam-Verkaufscharts und generierte in den ersten Wochen über eine Million US-Dollar Umsatz. Für VR-Verhältnisse ist das ein neuer Spitzenwert. Über 20 Prozent der Besitzer von HTC Vive kauften Raw Data. Selbst im Vergleich zu absoluten Blockbuster-Titeln für die Spielekonsole ist das ein außerordentlich gutes Ergebnis.

Hewish glaubt, dass VR-Entwickler auch für einen kleinen Kundenkreis hochwertige Software produzieren können, sofern die Kosten in Relation stehen. “Wir brauchen keine weite Verbreitung von VR-Systemen, um ein Triple-A-Ökosystem aufzubauen”, sagt Hewish im Gespräch mit der US-Webseite Gamesindustry. Noch habe man diesen Punkt zwar nicht erreicht, es sei aber nur eine Frage der Zeit.

Survios startete ursprünglich als Tech-Startup der Universität Südkalifornien und entwickelte eine Art VR-Holodeck. Das VR-Game Raw Data war dann ein Teilergebnis dieser Bemühungen, das Investoren so überzeugte, dass sie mehrere Millionen US-Dollar in das Entwicklerstudio steckten. Mit diesem finanziellen Rückhalt war es für Survios vergleichsweise einfach, Raw Data auf ein höheres Niveau zu programmieren.

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