Ein Startup kämpft mit Virtual Reality gegen Vorurteile

Ein Startup kämpft mit Virtual Reality gegen Vorurteile

Mit Virtual Reality, so sagt man, könne man die Welt aus den Augen eines anderen Menschen sehen. Ein Startup namens SocialQ möchte dieses Potenzial des Mediums nutzen, um Menschen unbewusste Vorurteile gegen andersartige Personen vor Augen zu führen.

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Diese Andersartigkeit kann vieles umfassen: das Geschlecht, das Alter, die Hautfarbe, den Körperbau, die sexuelle Ausrichtung und den kulturellen Hintergrund. Wenn man mit etwas konfrontiert wird, das man nicht kennt, dann greifen oft unbewusste Vorurteile, die man auf der Strasse oder in der Werbung aufgeschnappt hat. Dies kann vor allem am Arbeitsplatz zu Konflikten führen, da man hier mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun hat.

Mehr Fairness schlägt sich auch in der Bilanz nieder

Frauen werden am Arbeitsplatz gegenüber ihren männlichen Kollegen häufig immer noch benachteiligt oder für Leistungen weniger gewürdigt. Ein Grund hierfür sind unbewusste Vorurteile, glaubt Annie Harper. Harper arbeitete im Silicon Valley, in dem Frauen immer noch stark unterrepräsentiert sind. Um das Phänomen unbewusster Vorurteile zu bekämpfen, gründete sie zusammen mit zwei Kollegen das Startup SocialQ, mit dem Ziel, Menschen die Welt aus der Sicht betroffener Person sehen zu lassen und auf diese Weise auf das Verhalten der Menschen positiven Einfluss zu nehmen.

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"Unser übergreifendes Ziel ist, einen Aha-Moment bei Menschen auszulösen, so dass diese sich ihrer Vorurteile bewusst werden. Ist dies erst einmal erreicht, sind sie in der Lage, gerechtere Entscheidungen zu treffen, was in mehr Vielfalt und besseren Bilanzen resultiert", sagt Harper gegenüber Devdiner. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich das Team eingehend mit Fachleuten und Unternehmen unterhalten, die die Technologie zu Schulungszwecken einsetzen wollen.

Die Folgen unbewusster Vorurteile selbst erfahren

Dabei zeigte sich, dass es sehr viele verschiedene Formen von unbewussten Vorurteilen gibt: "Als wir mit potenziellen Kunden sprachen, merkten wir, dass der Markt sich von geschlechtlichen zu kulturellen und vielen anderen Vorurteilen verschob. Wir mussten andere Arten von Empathie und Forschung in unser Produkt integrieren. Wir bemerkten, dass unsere Anwendung am Ende ein Lernwerkzeug für emotionale Intelligenz werden würde", erzählt Annie Harper.

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Der Vorteil von Virtual Reality ist, dass Nutzer nicht nur über unbewusste Vorurteile lesen, sondern selbst erfahren, was es heißt, aufgrund von Andersartigkeit ausgeschlossen zu werden. In einer der Simulationen finden sich Anwender innerhalb eines leeren Konferenzzimmers wieder und erkennen an einer Spiegelung im Fenster, dass sie in den Körper einer dunkelhäutigen Frau versetzt worden sind. Als sich daraufhin die Türe öffnet und die Mitarbeiter ins Zimmer strömen, werden die VR-Nutzer Zeuge subtiler Formen von Ausgrenzung.

"Es gab noch keine Technologie, die zu so etwas in der Lage war", sagt Annie Harper. "Wir glauben, dass dies der perfekte Moment und das perfekte Werkzeug ist, um die Menschen zu bilden und einige der Gräben in unserer Gesellschaft zu überwinden."

Wer sich für SocialQ interessiert, kann die Entwickler auf der offiziellen Internetseite kontaktieren.

| Featured Image: Social Q | Source: Devdiner