Design-Legende Jony Ive und Apple beenden Zusammenarbeit

Design-Legende Jony Ive und Apple beenden Zusammenarbeit

Jony Ive und Apple arbeiten in Zukunft nicht mehr zusammen. Ive soll bei Apples Tech-Brille eine bedeutende Rolle gespielt haben.

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Ive kündigte sein Arbeitsverhältnis bei Apple im Juni 2019. Zuvor arbeitete er rund 30 Jahre bei dem Tech-Konzern, war maßgeblich beteiligt am typischen Apple Design vieler Produkte, das ein wichtiger Baustein ist in der gigantischen Erfolgsgeschichte des Konzerns der letzten 15 Jahre.

Ive will nicht mehr nur für Apple arbeiten

Die Zusammenarbeit zwischen Ive und Apple endete 2019 nicht. Ive machte sich selbstständig mit der Design-Agentur „Love From“, mit der Absicht, Apple als Kunden für viele weitere Jahre zu betreuen.

Das Auftragsvolumen soll jenseits der 100 Millionen US-Dollar gelegen haben. Als Königskunde hatte Apple dafür Mitspracherecht, welche Aufträge Ive annehmen durfte. Wenn Apple einen Ive-Kunden als Wettbewerb ansah, konnte der Konzern ein Veto einlegen.

Laut der New York Times endet die Zusammenarbeit zwischen Apple und Ives neuer Firma jetzt. Apple-Entscheider:innen sollen die hohen Zahlungen an Love From hinterfragt haben und zudem frustriert gewesen sein, dass Design-Talente bei Apple kündigten, um bei Ive anzuheuern.

Umgekehrt wollte Ive Aufträge am Markt annehmen können, ohne Vorher Apples Freigabe zu benötigen. Apple COO Jeff Williams soll bei Apple ab sofort die Design-Teams managen.

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Ives Rolle bei Apples AR-Brille

Das endgültige Ende der Ive-Ära bei Apple ist auch mit Blick auf Apples mögliche Tech-Brille interessant. Der Star-Designer soll die Produktentwicklung über Jahre maßgeblich beeinflusst haben.

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Über das Design der Brille ergeben sich technische Funktionen: So soll es Ive gewesen sein, der Apples Führungsetage dazu bewegte, sich für ein Standalone-Gerät und gegen eine Streaming-Brille zu entscheiden. Ive soll zudem zur Platzierung der Batterie, der Kameras und der Ergonomie der Brille beraten haben.

Ives größter Einfluss datiert noch früher im Projektverlauf: Er soll Apple dazu bewegt haben, von einer reinen VR-Brille Abstand zu nehmen, da er die Geräte für lokal isolierend und unmodisch hielt und zudem keinen großen Nutzen in ihnen sah. Ive ging davon aus, dass Menschen Tech-Brillen nicht über einen längeren Zeitraum tragen wollen.

Das lenkte die Entwicklung bei Apple in Richtung einer Mixed-Reality-Brille mit integrierten Kameras für AR-Funktionen, die mehr Anwendungsszenarien bietet als eine reine VR-Brille. Apples AR-Team soll sogar mit einem Live-Videobild der Augen des Brillenträgers auf der Brille experimentiert haben, um Augenkontakt mit Menschen vor Ort zu ermöglichen, um Ives Bedenken hinsichtlich sozialer Isolation zu zerstreuen.

Quellen: New York Times