Damit Astronauten nach einer erfolgreichen Marslandung nicht durch die Gegend stolpern, sollen sie ihr Gehirn mit der VR-Brille auf den Wechsel zwischen Fortbewegung mit und ohne Gravitation vorbereiten.

Wenn Astronauten nach einem Ausflug ins All auf die Erde zurückkehren, müssen sie das Laufen erst wieder lernen. Das liegt am sogenannten Otter-Effekt (“Otolith tilt translation reinterpretation”): Auf der Erde nimmt das Innenohr Neigung und lineare Bewegung in alle Richtungen wahr, beispielsweise in einem Auto, das von Punkt A nach Punkt B fährt.

Im All fällt die Neigung weg: Hebt oder senkt man den Kopf, ist das mangels Gravitation fürs Innenohr nicht mehr wahrnehmbar.

Wenn ein Astronaut auf die Erde zurückkehrt, ist der Neigungsreiz zwar wieder vorhanden, das Gehirn aber noch immer rein auf lineare Bewegungswahrnehmung eingestellt.

Das Resultat: Neigt oder hebt der Astronaut seinen Kopf, fühlt sich das an wie Bewegung – vergleichbar mit einem Zoom-Effekt – obwohl er an Ort und Stelle steht.

Nach der Marslandung: Bloß nicht stolpern

Diese Fehlinterpretation hat zur Folge, dass ein Astronaut nach seiner Rückkehr auf die Erde für rund 24 Stunden nicht richtig laufen kann. Nach dieser Zeit hat sich das Gehirn wieder an die Schwerkraft gewöhnt. Auf der Erde ist das kein Problem: Astronauten werden sofort nach der Landung medizinisch betreut.

Doch was passiert, wenn ein Astronaut alleine auf dem Mars landet? Dort erwartet ihn kein Empfangskomitee. Blöd wäre es, wenn er nach der langen Reise direkt auf den Helm fällt, insbesondere wenn die Landung nicht glattgeht und das Shuttle schnell evakuiert…

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