Facebook und YouTube liefern sich zum Thema 360-Videos ein kleines Wettrennen. Vor einer Woche legte YouTube mit VR-Videos in 3D und einem Cardboard-Kino kräftig vor, jetzt bringt Facebook die Videos zum selbst umschauen auf mobile Endgeräte.

Wie gehabt sind Themen rund um Virtual Reality Chefsache und Marc Zuckerberg kündigte das neue Feature vor wenigen Stunden persönlich auf seiner Facebook-Pinnwand an: “360-Videos sind eine komplett neue Erfahrung, da man die Kamera selbst bewegen kann. Das schafft neue Möglichkeiten Erfahrungen zu teilen, denn man fühlt sich so als wäre man Teil der Szene. Es ist der erste Schritt in Richtung noch immersiveren Erfahrungen.” Als Beweis dafür postet Zuckerberg ausgerechnet ein von ABC-News produziertes 360-Video einer Parade aus Nordkorea, mit der Begründung, dass den meisten Menschen so eine Erfahrung normalerweise vorenthalten bliebe.

360-Grad-Videos werden im Facebook-Stream auf Desktop-PCs schon seit einigen Wochen angeboten, ab sofort tauchen sie auch im mobilen Newsstream in der Smartphone-App auf. Anstatt aber umständlich mit Maus und Tastatur die Kamera zu drehen, kann man in der Smartphone-App einfach sein Handy in die gewünschte Blickrichtung drehen – die Kameraperspektive verändert sich entsprechend. Die Bewegung wird über die Sensoren im Smartphone erfasst, so funktioniert beispielsweise auch das Headtracking bei Google Cardboard. Die Videos laufen dabei absolut flüssig, allerdings ist die Auflösung noch nicht optimal. Dieses Problem plagt aber auch den Wettbewerber YouTube – sowohl Aufnahme- und Abspielgeräte müssen noch verbessert werden, außerdem braucht es neue Streaming-Technologien und eine flächendeckende Verbreitung von schnellem Internet, damit Videos in 4k-Auflösung und darüber auch ruckelfrei nutzbar sind.

Nach dem Rollout des 360-Videos sowohl für Desktop als auch mobile Geräte wäre eine Cardboard-Variante von Facebook eigentlich der nächste logische Schritt für das Social Network, um das Konzept hinter Virtual Reality seinen Nutzern näher zu bringen. Denn Oculus Rift, Facebooks VR-Brille, ist erstmal hauptsächlich für Gamer gedacht, noch zu teuer und technisch noch nicht ausgereift genug. Zuckerberg selbst räumte vor kurzem ein, dass die VR-Brille frühstens ab 2020 für einen größeren Markt interessant wird – eine einfache, mobile und günstige Zwischenlösung scheint also sinnvoll, möchte man Google und YouTube den Markt für VR-Videos nicht für einige Jahre kampflos überlassen. Oder Facebook weicht komplett auf Gear VR aus – Besitzer eines kompatiblen Smartphones wie dem Galaxy S6 bekommen eine Abfrage, ob man Samsungs mobile VR-Brille nutzen will.

MIXED.de XR-Podcast - jetzt reinhören

Aktuell: Apple waits, Oculus goes | Alle Folgen



Hinweis: Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.