Feine motorisierte Plättchen an den Fingerspitzen und ein Ring, der die Haut am Finger minimal dehnt – solche haptischen Systeme sollen mit sehr geringem Aufwand glaubhafte Berührung von virtuellen Objekten simulieren.

Der italienische Robotikforscher Domenico Prattichizzo von der Universität Siena hat in seinem Institut zwei vergleichsweise einfach gehaltene Systeme entwickelt, die virtuelle Gegenstände fühlbar machen sollen. Seine Studie zeigt, wie sehr solche Haptiksysteme die Glaubhaftigkeit virtueller Welten fördern können.

Die erste Erfindung wird wie ein Fingerhut über die Fingerspitze gezogen. In dem Hütchen sind drei miniaturisierte Motoren untergebracht, die eine feine Platte gegen die Fingerspitze heben und dadurch Berührung simulieren.

Das zweite Gerät wird als Ring am Finger getragen. An dem Ring sind Motoren angebracht, die die Haut des Fingers von der Fingerspitze aus leicht dehnen können.

In Kombination mit der visuellen Information, die eine Virtual- oder Augmented-Reality-Brille liefert, sollen diese minimalen Reize ausreichen, um ein glaubhaftes Gefühl von Berührung zu vermitteln.

Beide Geräte wurden so konzipiert, dass man reale Gegenstände wie gewohnt greifen und die Finger zusammenführen kann. Das erhöht die Flexibilität für verschiedene Anwendungsszenarien enorm.

Mit seinem Unternehmen “Weart” möchte der Wissenschaftler seine Forschung kommerziell verwerten und in Produkte überführen. “Mein Ziel ist, dass wir im Handumdrehen zwischen Realität und virtueller Realität wechseln können”, sagt Prattichizzo



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