Neue VR-Brillen 2025: Welche Geräte erwarten wir?

Welche VR-Headsets erwarten uns in diesem Jahr? Und welche Überraschungen könnte es 2025 geben? Eine Übersicht.
2025 wird vermutlich ein ruhigeres Jahr für VR-Hardware. Für das meiste Aufsehen dürfte Samsungs und Googles Mixed-Reality-Headset sorgen, das derzeit einzige wichtige Gerät, das für dieses Jahr bestätigt ist. Mit der Einführung von Android XR wird der Zweikampf zwischen Meta und Apple zu einem Dreikampf, der uns noch viele Jahre beschäftigen dürfte.
Im Jahr 2025 geht der Trend zu Premium-Headsets sowie ultraleichten experimentellen Geräten mit hochauflösenden OLED-Mikro-Displays, die aufgrund ihres hohen Preises für die meisten Verbraucher uninteressant sein werden.
Vielleicht gibt es im Laufe des Jahres noch die eine oder andere Überraschung, zum Beispiel seitens Valve. Neue Quest-Headsets hingegen erwarten wir erst für nächstes Jahr.
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Inhalt
Bestätigte VR-Brillen
Samsung & Google: "Project Moohan"
Project Moohan wird das erste Headset sein, das auf Googles räumlichem Betriebssystem Android XR beruht.
Der finale Produktname, der Preis und das Erscheinungsdatum sind noch nicht bekannt. Wir wissen nur, dass das Headset 2025 erscheinen wird.
Die Spezifikationen sind unvollständig und werden im Laufe des Jahres enthüllt. Bestätigt ist, dass das Gerät auf Qualcomms Premium-Chipsatz Snapdragon XR2+ Gen 2 setzt. Dessen CPU und GPU takten 20 bzw. 15 Prozent höher als der Snapdragon-Chipsatz in Meta Quest 3 und 3S. Er unterstützt zudem eine Auflösung von bis zu 4,3K statt 3K pro Auge. Welche Art Display genau verbaut wird, ist noch nicht bekannt. Aufseiten der Optik setzt Samsung auf Pancake-Linsen.
Projet Moohan ("Koreanisch für Unendlichkeit") wird Farb-Passthrough bieten und wie Apple Vision Pro für Mixed Reality ausgelegt sein, aber auch vollimmersive Anwendungen unterstützen. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Integration von Eyetracking für die UI-Navigation, Foveated Rendering und die automatische Anpassung des Linsenabstands.
In puncto Komfort hat sich Samsung wie Apple für eine kabelgebundene externe Batterie entschieden, um das Headset so leicht wie möglich zu gestalten. Über den USB-C-Anschluss wird man anders als bei Vision Pro einen eigenen Akku anschließen können. Bei der Kopfhalterung setzt Samsung auf eine rigide Konstruktion mit Stirnablage und Einstellrad ähnlich Meta Quest Pro.
Das Mixed-Reality-Headset wird man per Eye- und Handtracking, VR-Controller sowie Bluetooth-Zubehör wie Tastatur und Maus steuern können. Unklar ist, ob die (noch nicht gezeigten) VR-Controller inbegriffen sein oder separat verkauft werden.
Das Gerät wird die meisten Android-Apps unterstützen und darüber hinaus mit nativen Versionen von Google-Apps wie Maps, Photos und Youtube aufwarten. Auch erste VR-Spiele sind bereits angekündigt. Ein Schwerpunkt, mit dem sich Samsung und Google von der Konkurrenz abheben wollen, ist die Integration von Googles KI-Assistent Gemini.
Obwohl der Preis noch unbekannt ist, dürfte das Gerät jenseits der 1.000 US-Dollar kosten und damit nicht direkt mit aktuellen Quest-Headsets konkurrieren.
Unbestätigte VR-Brillen
Apple Vision Pro (M5-Revision) und eine günstigere "Apple Vision"
Der Lieferkettenanalyst Ming-Chi Kuo, der für seine (relativ) verlässlichen Voraussagen zu kommenden Apple-Produkten bekannt ist, berichtete vergangenen September, dass Apple an einer Vision Pro mit M5-Chip arbeitet, dessen Massenproduktion in der zweiten Jahreshälfte 2025 beginnen soll. Von dem Chipsatz abgesehen, werde sich an Hardware und Design nicht viel ändern, so Kuo. Das legt nahe, dass es sich eher um eine Revision als eine Apple Vision Pro 2 handelt. Die ursprüngliche Apple Vision Pro erschien am 2. Februar 2024 mit einem für damalige Verhältnisse bereits veralteten M2-Chipsatz.
Die Arbeit an einem vollwertigen Nachfolger wurde laut eines Berichts von The Information vorerst auf Eis gelegt, weil sich Apple auf die Entwicklung einer preiswerteren Version des Headsets fokussieren wolle. Diese ist laut der Webseite für Ende 2025 geplant. Wie Apple die Herstellungskosten senken will und wie viel das Gerät kosten soll, darüber gibt es verschiedene, teils widersprüchliche Berichte.
Da der M5-Chip wohl erst gegen Ende des Jahres vorgestellt wird und Apple angeblich Schwierigkeiten hat, Vision Pro billiger zu machen, ist es fraglich, ob wir noch in diesem Jahr mit einem neuen Vision-Produkt rechnen können.
Horizon OS-Headsets von Asus und Lenovo
Meta kündigte im April 2024 an, dass es Horizon OS (das Betriebssystem der Meta Quest) an ausgewählte Hardware-Partner lizenzieren werde, sodass diese spezialisierte VR-Headsets entwickeln können.
Meta nannte damals zwei Partner: Asus und Lenovo. Während Lenovo laut Meta an einem Mixed-Reality-Gerät für Produktivität, Lernen und Unterhaltung arbeitet, konzentriert sich Asus auf ein "Performance-Gaming-Headset" unter der Marke ROG (Republic of Gamers). Der Co-CEO von Asus versprach ein "Gaming-Headset der nächsten Generation".
Seit Metas Ankündigung vernahm man nichts Offizielles mehr von diesen Projekten. Doch Anfang des Jahres will VR-Enthusiast Luna erste Details zum kommenden Asus-Headset erfahren haben.
Das Headset werde unter dem Codenamen Tarius entwickelt und Asus plane, Eye- und Facetracking zu integrieren. Als Displays sollen QD-LCDs mit Local Dimming (wie Meta Quest Pro) oder OLED-Mikrodisplays (wie Apple Vision Pro) zum Einsatz kommen.
Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, könnte das Asus-Headset das erste Horizon OS-Gerät seit Meta Quest Pro werden, das Eye- und Facetracking bietet. Meta Quest Pro selbst wurde Anfang des Jahres vom Markt genommen. Der Preis des Asus-Headsets wird vermutlich deutlich über dem der Meta Quest 3 liegen, insbesondere wenn OLED-Mikrodisplays zum Einsatz kommen.
Es gibt aktuell keine Hinweise darauf, wann Metas Partner-Headsets auf den Markt kommen werden. Für Meta wäre 2025 günstig, da es Project Moohan Premium-Headsets auf Basis von Horizon OS entgegensetzen könnte. Kommen die Geräte erst 2026 oder 2027, dürften sie wie Quest 4 bereits Chipsätze der nächsten Snapdragon-Generation nutzen.
Valve Index 2 ("Deckard")
Die ursprüngliche Valve Index wird im Sommer sechs Jahre alt. Obwohl es seit vielen Jahren Gerüchte über einen Nachfolger mit dem Codenamen Deckard gibt, warten wir immer noch auf eine Ankündigung oder konkrete Leaks, die über Hinweise im SteamVR-Code hinausgehen.
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Ende 2024 heizte der VR-Enthusiast Brad Lynch erneut die Gerüchteküche an. Sein Team von Dataminern fand im SteamVR-Code 3D-Modelle neuer VR-Controller mit Codenamen Roy und Lynch selbst berichtete in Berufung auf eigene Quellen, dass Valve derzeit die Massenproduktion der Controller vorbereite.
Deckard und Roy: Die Codenamen sind Anspielungen auf den gleichnamigen Protagonisten und Antagonisten des Sci-Fi-Films Blade Runner und es liegt nahe, dass Controller und Headset gleichzeitig auf den Markt kommen.
Über die Eigenschaften der Headsets lässt sich derzeit nur spekulieren. Da sich die Knöpfe der neuen VR-Controller stärker an einem klassischen Gamepad orientieren, könnte Deckard ein "Steam Deck fürs Gesicht" werden, mit dem man die Steam-Bibliothek auf einem virtuellen Großbildschirm spielen kann. PC-VR-Spiele dürften sich drahtlos in das Headset streamen lassen oder dank eines integrierten Chipsatzes autark auf dem Gerät laufen.
Weitere VR-Anwärter im Schnelldurchlauf:
Autarkes Premium-Headset von HTC
Bei der Vorstellung des Snapdragon XR2+ Gen Anfang 2024 hieß es, dass HTC ein Headset auf Basis des Premium-Chipsatzes entwickelt. Im September überraschte das Unternehmen stattdessen mit der HTC Vive Focus Vision, die auf den veralteten Snapdragon XR2 Gen 1 setzt.
Ist ein Premium-Headset nach wie vor in Planung oder gab HTC das Projekt nach der Übernahme von Teilen des HTC Vive-Teams durch Google auf? 2025 dürfte Klarheit bringen.
Immersed Visor
Immersed Visor ist ein leichtes Produktivitäts-Headset für die gleichnamige VR-App, das auf den XR2+ Gen 2, 4K-OLED-Mikrodisplays, RGB-Passthrough, Eye- und Handtracking sowie eine externe Batterie setzt.
Eine missglückte Pressevorführung im Sommer 2024 ließ Zweifel an der Umsetzbarkeit des Projekts aufkommen und obwohl man das Headset vorbestellen kann, ist noch immer unklar, ob, wann und in welcher Form genau das Headset auf den Markt kommt.
Pimax Dream Air
Das kabelgebundene PC-VR-Headset wurde Ende 2024 angekündigt und soll ab Mai 2025 ausgeliefert werden, falls Pimax die Frist einhalten kann.
Es bietet 4K-OLED-Microdisplays, Eyetracking, integriertes Raumtracking und VR-Controller und soll unter 200 Gramm wiegen.
Weitere Informationen findet ihr in unserem Artikel zur Pimax Dream Air.

Rendering der Pimax Dream Air. | Bild: Pimax
Play for Dream
Das autarke Headset aus China, das in Soft- und Hardware stark von Apple Vision Pro inspiriert ist, sorgte auf der CES 2025 für positive Berichte.
Es nutzt den Premium-Chipsatz Snapdragon XR2+ Gen, Pancake-Linsen, 4K-OLED-Mikrodisplays, Passthrough und Eyetracking und kommt mit eigenen VR-Controllern. Das Betriebssystem ist eine Android-Eigenentwicklung.
Unterstützer der Kickstarter-Kampagne sollen ihr Headset ab März erhalten. Der reguläre Preis wird bei circa 2.000 US-Dollar liegen.
Shiftall Meganex 8K Superlight
Die ehemalige Panasonic-Ausgründung Shiftall eröffnete Ende 2024 die Vorbestellung für das neue, superleichte PC-VR-Headset.
Die Meganex Superlight 8K hat Pancake-Linsen und 4K-Micro-OLED-Displays verbaut und bietet einen Flip-Up-Mechanismus für das Hochklappen des Visors, der 185 Gramm wiegt.

Leicht und hochauflösend: Die Meganex Superlight 8K. | Bild: Shiftall
Der Preis für das SteamVR-Headset beträgt 1.900 Euro, Basisstationen, Controller und die Audiolösung sind nicht inbegriffen. Die Auslieferung soll nach dem aktuellen Stand im März 2025 beginnen.
Sony SRH-S1 und XYN
Das auf der CES 2024 erstmals vorgestellte Mixed-Reality-Headset SRH-S1 wurde gemeinsam mit Siemens entwickelt und ist für industrielle Zwecke gedacht. Es wird ab Februar 2025 zu einem Preis von 4,750 US-Dollar an interessierte Unternehmen ausgeliefert.
Das Gerät wartet mit einem Snapdragon XR2+ Gen 2, 4K-OLED-Mikrodisplays, einem Flip-Up-Visor und zwei ungewöhnlichen VR-Controllern in Gestalt eines Stylus und Rings auf.

Sonys SRH-S1. | Bild: Sony
Auf der CES 2025 teaserte Sony ein weiteres Headset mit Namen XYN an, das äußerlich stark an SRH-S1 erinnert, jedoch für andere Anwendungsfälle optimiert ist: das Einfangen und Erstellen räumlicher Inhalte. Derzeit ist noch unklar, wann dieses Headset erscheint und wie viel es kosten wird.
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