Virtual Reality: Können VR-Brillen Herpes übertragen?

Virtual Reality: Können VR-Brillen Herpes übertragen?

Auf neue Technologen reagieren die Menschen oft abwehrend. Bei Virtual Reality sind es vor allem Motion Sickness, Realitätsverlust und soziale Isolation, die Ängste hervorrufen. Nun kommt eine neue Verunsicherung hinzu: Die Angst vor ansteckenden Krankheiten, die durch verunreinigte VR-Brillen übertragen werden könnten.

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Vor wenigen Tagen verbreitete ein Youtuber namens Driftor auf Twitter einen Chatlog, in dem ein Entwickler vor verunreinigten VR-Brillen warnt und behauptet, dass ein Arbeitskollege sich auf einer Messe mit Augenherpes angesteckt habe:

Augenherpes äußert sich in Hautausschlägen am Augenlid, kann aber auch das Auge selbst angreifen und dieses in seltenen Fällen nachhaltend schädigen, schreibt Adi Robertson von The Verge in einem Artikel, in welchem sie sich mit dem Gebrechen befasst. Die geschilderten Krankheitsbilder werden von HSV-1 verursacht, demselben Virus, das für Fieberbläschen verantwortlich ist. Eine vollständige Heilung ist also nicht möglich.

Im Gegensatz zu HSV-2, das zu genitaler Herpes führt, ist HSV-1 ein weit verbreitetes Virus. Robertson schreibt, dass zwei Drittel der Weltbevölkerung HSV-1 im Körper tragen. Der Virus schlummere oftmals viele Jahre, bevor die Krankheit ausbricht.

"Es ist äußerst unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, dass sich jemand durch eine VR-Brille mit Augenherpes ansteckt," schreibt Todd Margolis, der Vorsitzende der ophtamologischen Abteilung der Washingtoner Universität auf eine Anfrage Robertsons hin. Es sei viel wahrscheinlicher, dass der Entwickler bereits infiziert war und dass der Virus sich reaktivierte, sagt der Mediziner.

Robertson hat versucht, mit dem betroffenen Entwickler in Kontakt zu kommen. Dieser wolle laut Drift0r aber so anonym wie möglich bleiben.

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Hygiene ist wichtig, auch bei VR-Brillen

Robertson gibt in ihrem Artikel Entwarnung, empfiehlt aber bei der Verwendung von VR-Brillen dennoch auf Hygiene zu achten. Ihr Rat ist besonders bei Messen zu beherzigen, auf denen die Headsets viel herumgereicht werden. Wer häufig Multiuser-Sessions in den eigenen vier Wänden anbietet oder fremde Personen in die Virtual Reality einführt, sollte ebenso darauf achten, die Stoffpolster der VR-Brillen abzudecken oder wenigstens regelmäßig zu desinfizieren.

Robertson zufolge soll Valve für Vorführungen von HTC Vive während Konferenzen Schutzüberzüge aus Papier verwenden. Dies habe aber Seltenheitswert. In Japan, wo Hygiene groß geschrieben wird, wurden auf einer Messe ähnliche Schutzmasken angeboten. Die postete Engadget-Reporter Mat Smith bei Twitter:

Kürzlich meldete Inside Games, dass im Dezember in Japan ein Gesichtspolster für Playstation VR erscheinen wird, das nicht nur den Tragekomfort erhöht und den Lichteinfall am unteren Ende der VR-Brille eindämmt, sondern auch abgesonderten Schweiß aufnimmt und das Gesicht vor Verunreinigungen schützt.

Wer möchte, kann es mit der Kopfhygiene auf die Spitze treiben: Bei Amazon Japan wird eine VR-Sturmhaube angeboten, die über die obere Hälfte des Kopfes gezogen wird.

| Featured Image: Inside Games