Das Wall Street Journal beruft sich auf interne Quellen und berichtet, dass Google an zwei mobilen VR-Brillen arbeitet: Einer Art Luxus-Cardboard-Variante, die noch in diesem Jahr erscheinen soll, so wie eine komplett eigenständige VR-Brille, die Akku, Display und schnelle Prozessoren bereits verbaut haben soll.

Die neue VR-Brille wäre damit das erste Device, das hochwertige Virtual-Reality-Erlebnisse ohne Zusatzgeräte möglich macht. Cardboard und Gear VR sind auf schnelle Smartphones angewiesen, Playstation VR auf die PS4, Oculus Rift und HTC Vive auf einen teuren PC. Neben der kompletten Neuentwicklung soll aber wie gehabt eine Neuauflage von Cardboard in Entwicklung sein, die Virtual Reality dem Massenmarkt zu einem günstigen Preis schmackhaft machen soll – ähnlich wie Samsungs Gear VR. Während das Luxus-Cardboard noch in diesem Jahr kommen soll, gibt es für die neue VR-Brille noch kein Zeitfenster für einen möglichen Release. Eine anonyme Quelle des WSJ bezeichnet das Gerät noch als einen frühen Prototyp, der möglicherweise gar nicht erscheint, eine andere Quelle spricht davon, dass es noch in diesem Jahr gezeigt werden könnte.

Besonders interessant an der WSJ-Meldung ist ein Detail, das in dem Wirtschaftsmagazin fast wie eine Randnotiz klingt, in Wirklichkeit aber ein entscheidender technologischer Fortschritt für Mobile-VR wäre: In Googles High-End-Brille soll offenbar ein Visual-Computing-Chip von Movidius verbaut werden. Der neuen Myriad 2 MA 2450 Chip von Movidius gilt auch als „Vision Processing Unit“, der gezielt auf die Bilderkennung optimiert wurde und mit geringer Latenz und wenig Energieverbrauch funktioniert. Da der Chip klein ist, kann er gut in mobilen Endgeräten aller Art verbaut werden – zum Beispiel in einer VR-Brille. Schon Anfang Februar tauchten in Googles Karriereportal Jobausschreibungen auf, die darauf hindeuten, dass an einer neuen, hochwertigen VR-Brille gebaut wird. Unter anderem wird dort ein leitender Ingenieur und Projektmanager für Virtual Reality gesucht, der dazu in der Lage ist ein “batteriebetriebenes Gerät” zu entwerfen, das sowohl Mechanik als auch Elektronik auf engem Raum integriert und speziell bei der Produktion von größeren Stückmengen günstig ist.

Mit dem Chip von Movidius könnte die neue Google-Brille in Kombination mit integrierten Sensorkameras verschiedene Trackingverfahren anwenden, beispielsweise eine Tiefen- und Objekterkennung oder auch 3D-Scanning in Echtzeit. Eine der interessanten Anwendungsmöglichkeiten für mobile Smartphone VR-Brillen ist die erweiterte Bewegungserkennung, sogenanntes “Inside-out”-Tracking. Cardboard und Co. erkennen bislang nur die Rotation des Kopfes („Headtracking“), mit dem Movidius-Chip könnte die neue Google-Brille aber die Position des Brillenträgers in Relation zum Raum identifizieren.

Das Ergebnis: Der VR-Brillenträger könnte sich, ähnlich wie mit HTC Vive, frei durch den Raum und die virtuelle Welt bewegen und wäre dabei nicht auf externe Sensoren angewiesen. Mit diesem Trackingverfahren wären völlig neue Virtual-Reality-Erlebnisse ohne störende Kabel möglich; je nach verbauten Kameras sind auch Mixed- oder Augmented-Reality-Anwendungen wie…

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