Wissenschaftler experimentieren mit dem Einsatz von Virtual Reality als Hilfsmittel bei der Schmerztherapie. Es scheint eine Wirkung zu geben, allein der genaue Zusammenhang ist nicht eindeutig.

In der Schmerztherapie mit Virtual Reality geht es in erster Linie darum, den Patienten so gut es geht vom Schmerzgefühl abzulenken. Entsprechende Forschung wird schon seit mindestens 1996 betrieben. In 2004 schickten Wissenschaftler Patienten mit schweren Verbrennungen in eine virtuelle Schneewelt. Die Patienten gaben während der VR-Behandlung ein signifikant reduziertes Schmerzempfinden an. Im direkten Vergleich konnte eine herkömmliche Spielekonsole nicht die gleiche Wirkung erzielen. Auch Gehirnscans zeigten eine geringere Aktivität der Areale, die mit dem Schmerzempfinden in Verbindung gebracht werden.

Einen bio-chemischen Zusammenhang konnten die Wissenschaftler allerdings nicht nachweisen. Der Verdacht, dass der Ausflug in die Virtual Reality möglicherweise Endorphine freisetzt und damit das Schmerzempfinden blockiert, erwies sich als falsch. Auch nach der Gabe von Endorphin-Blockern berichteten die Patienten über weniger Schmerzen während der VR-Therapie.

Bild: MIT Lab

Bild: HIT Lab

Laut neuer Studie sinkt das Schmerzempfinden um durchschnittlich 24 Prozent

Dass an diesen neuen Therapieformen mehr dran ist, darauf setzt Applied VR. Das VR-Startup beschäftigt sich mit dem Einsatz von Virtual Reality in medizinischen und therapeutischen Kontexten. Durch die nun deutlich günstigeren und technisch hochwertigeren VR-Brillen besteht eine realistische Chance, dass die virtuelle Realität tatsächlich Bestandteil der ein oder anderen Therapieform werden könnte. Für die Relation: Das Equipment im Titelbild, das bei den oben beschriebenen Experimenten eingesetzt wurde, kostete noch 35.000 US-Dollar.

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