"Sequenced" ist eine postapokalyptische 360-Grad-Serie für Virtual Reality

"Sequenced" ist eine animierte 360-Grad-Serie für die VR-Brille, die vom Genfer Startup Apelab entwickelt wird. VRODO hat mit Emilie Joly, der CEO und Mitgründerin des Studios über die Entstehungsgeschichte von Sequenced gesprochen.

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Die Erde im Jahre 2065. Nach einer Naturkatastrophe, die weite Teile der Menscheit ausgelöscht hat, sammeln sich die meisten Überlebenden in der letzten, noch verbliebenen Großstadt namens "Land 01". Der Rest lebt in der Wüste, so wie Raven, ein 13-jähriges Mädchen, das in der Einöde geboren und aufgewachsen ist.

Eines Tages trifft sie auf einen Kundschafter, der aus der Stadt ausgesandt wurde, um Überlebende aufzuspüren und in die Stadt zu bringen. Diese letzte Bastion der Menschheit wird von einer künstlichen Intelligenz kontrolliert, die Menschen auf Basis ihrer DNA gesellschaftliche Rollen zuweist. Als der Kundschafter bei Raven eine genetische Sequenzierung vornimmt, stellt er fest, dass das Mädchen eine immense Bedeutung für die Menschheit hat.

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Es begann alles mit einem iPad-Spiel

Das Genfer Startup Apelab, das Sequenced entwickelt, wurde 2014 von vier Studenten der Genfer Hochschule für Kunst und Design gegründet. Zwei Jahre zuvor hat die Gruppe mit dem Prototyp eines iPad-Spiels namens "IDNA" für Aufsehen gesorgt. US-amerikanische Techmagazine feierten das Spiel und auf der GDC wurde der Prototyp mit dem "Best in Play" Award ausgezeichnet.

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Mit "IDNA" wird das iPad zu einer Art magischem Fenster, durch das man in eine Parallelwelt blickt. Um sich umzusehen, bewegt man das Tablet um sich herum. Wer sich mit seinem Smartphone 360-Grad-Bilder oder -Videos von Facebook ansieht, weiß um dieses Prinzip. Damals war diese Art von Interaktion aber noch etwas Außergewöhnliches.

Mit "IDNA" erforscht man auf diese Weise einen virtuellen Raum, der einen von allen Seiten umgibt, entdeckt Figuren und wird Teil einer Geschichte, dessen Verlauf man beeinflussen kann. Je nachdem, wohin man mit dem iPad blickt, nimmt die Geschichte einen anderen Gang.

Sequenced ist von Jolys Familiengeschichte inspiriert

Während die Gruppe mit "IDNA" ihren ersten Erfolg feierte, weckte ein junger Amerikaner namens Palmer Luckey Virtual Reality aus einem 20-jährigen Dornröschenschlaf. Für Apelab setzte diese Entwicklung genau zum richtigen Zeitpunkt ein, denn mit einer VR-Brille braucht man kein iPad mehr, um in eine virtuelle Welt zu blicken: Man ist von ihr umgeben. Fasziniert von den Möglichkeiten des neuen Mediums, entschied sich die Gruppe nach dem Abschluss ihres Studiums ein Startup zu gründen und "IDNA" unter einem anderen Name für die Virtual Reality umzusetzen.

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Die postapokalyptische Erzählwelt von "Sequenced" wurde zusammen mit Alex McDowell entwickelt, der das Szenenbild von "Minority Report" und "Fight Club" entworfen hat. Ihren Ursprung hat die Erzählung aber woanders: in der Familiengeschichte von Emilie Joly, der Mitgründerin und Leiterin von Apelab.

Jolys Großvater gehörte in den 60er Jahren einer Gruppe US-amerikanischer Umweltaktivisten an, die radikale Ansichten hatte und vom FBI überwacht wurde. Er verbrachte den Großteil seines Lebens zurückgezogen in der Wüste. Seine Tochter wuchs mit ihm und Indianern auf, ohne jemals mit der Zivilisation in Berührung gekommen zu sein. "Die Idee zu Sequenced hatte ich, als ich darüber nachdachte, wie es für meine Tante gewesen wäre, die Wüste zu verlassen und herauszufinden, wie die Welt wirklich ist", erzählt uns Joly.

Das Startup glaubt an den Erfolg von Virtual Reality

Durch die Geschichte von Sequenced navigiert man wie bei "IDNA" allein mit dem Blick. "Sequenced wird von drei Figuren getragen, die sehr unterschiedliche Ansicht haben. Je nachdem, welche Figur man fokussiert, erfährt man mehr über deren Perspektive und die Geschichte nimmt einen anderen Verlauf", erklärt Joly.

"Sequenced" wird aus insgesamt sieben Folgen bestehen. Apelab sucht derzeit nach Partnern und Investoren, die die Produktion der Episoden finanziell unterstützen. Der Hype um Virtual Reality hat sich nach den ernüchternden Abverkäufen im Weihnachtsgeschäft gelegt, doch Apelab ist zuversichtlich, dass das Medium sich früher oder später durchsetzen wird.

"Ich mache mir keine allzugroßen Sorgen", sagt Joly. "Virtual Reality ist ein großartiges Medium, aber sie braucht Menschen, die eine Risiko eingehen und dabei helfen, das Medium aufzubauen. Die Technologie ist da, jetzt braucht es gute Inhalte."

Sequenced soll für Oculus Rift und HTC Vive erscheinen. Die offizielle Internetseite von Apelab findet man hier.

https://www.youtube.com/watch?v=UjrjeamdZ5k

| Featured Image: Apelab