Roboter-Schädel misst VR- und AR-Brillen aus jedem Winkel

Roboter-Schädel misst VR- und AR-Brillen aus jedem Winkel

Das Testsystem Buddy misst VR- und AR-Headsets mit bis zu sechs Freiheitsgraden.

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Der finnische Hersteller von Bildschirmmess-Systemen Optofidelity hat mit „Buddy“ eine der vermutlich furchteinflößendsten Testplattformen aller Zeiten entwickelt: An einer tiefschwarzen robotischen Plattform ist ein Kopfmodell mit proprietärem Vision-Modul befestigt, das Virtual-Reality-Brillen und Augmented-Reality-Brillen testet.

Nach dem Aufsetzen eines Headsets imitieren zwei Kameras im Kunstschädel die Augen. Eine fortgeschrittene Variante des Systems beherrscht Tests in allen sechs Freiheitsgraden. Mit Buddys bislang bester Ausführung lassen sich daher viele verschiedene Headset-Parameter mit voller Bewegungsfreiheit untersuchen.

Roboter-Tests für AR- und VR-Brillen

Möglich wird das durch zahlreiche Achsen: Das Gestell gleitet seitlich auf einer Bodenschiene, dreht sich um die eigene Achse, hebt und senkt den „Kunstkopf“. So werden freie Bewegungen imitiert, die auch echte Headset-Nutzer:innen vollführen: vor/zurück, herauf/herunter, links/rechts, Nicken, Rollen und Gieren (seitliches Drehen).

Haupt-Einsatzgebiet sind Entwicklungsabteilungen und Produktionslinien für VR- und AR-Brillen, etwa zur Kalibrierung, für Performance-Tests oder die Untersuchung von Software-Inhalten. Neben Bildqualitätsfaktoren wie Schärfe oder Farbtreue lassen sich zum Beispiel auch Tracking-Systeme auf Probleme wie Abweichungen untersuchen.

Kompatibilität mit sämtlichen erhältlichen VR-Brillen und AR-Brillen ist laut Hersteller gegeben. Zudem bezeichnet Optofidelity den Aufbau als verhältnismäßig unkompliziert. Sämtliche benötigten Komponenten werden mitgeliefert. Buddy könne daher selbst komplexe Labor-Setups ersetzen, so das Versprechen.

Eine wichtige Metrik ist die „Motion-To-Photon-Latency“. Sie misst etwa die Verzögerung zwischen einer Kopfbewegung und deren sichtbare Umsetzung in der virtuellen Welt. Ist die Latenz zu hoch, bewegt sich die Kulisse zu spät, was Übelkeit oder ein schwächeres Präsenzgefühl verursachen kann.

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Wie stabil Objekte in der Welt oder vor dem Kopf verankert bleiben, lässt sich ebenfalls überprüfen. Dank einer neuartigen Synchronisationstechnik sollen sich auch moderne und zukünftige Bildschirmtechnologien messbar bleiben. Dazu gehören OLED, Lichtfeld-Displays sowie projektionsbasierte Bildschirme.

Drei oder sechs Freiheitsgrade

Datenblätter auf der offiziellen Website konzentrieren sich bislang auf Buddy-Versionen mit drei Freiheitsgraden (3DOF): Diese eingeschränkte Version kann sich lediglich auf einem fest installierten Sockel bewegen, statt auch seitlich auf einer Schiene über den Boden zu gleiten.

Die beschriebene Motion-To-Photo-Analyse lässt sich hierbei mit einer Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hertz durchführen. Simulierbare Pupillenabstände umfassen 55 bis 75 Millimeter, womit auch sehr schmale und weite Augenabstände imitiert werden.

Weitere technische Details finden sich auf der offiziellen Website von Optofidelity Buddy, darunter die „Robotics-Specifications“ für Feinheiten wie Bewegungsgeschwindigkeiten oder mögliche Abweichungen. Dort lässt sich die 3DOF-Variante auch beim Testdurchlauf mit einer Hololens begutachten. Preise für die Buddy-Systeme nennt Optofidelity auf Anfrage.

Quellen: Optofidelity