Update vom 20. Dezember 2018:

Wrench ist im Early Access bei Steam erschienen. Die VR-Simulation unterstützt HTC Vive und Oculus Rift.

Ursprünglicher Artikel vom 17. Dezember 2018:

In Kürze erscheint die VR-Simulation “Wrench” (Deutsch: Schraubenschlüssel) im Early Access. Ich habe in der kostenlosen Demo versucht, einen Motor zusammenzuschrauben und war überrascht, wie viel Spaß das macht.

Ich finde mich in einer virtuellen Autowerkstatt vor einem Tisch mit Autobauteilen und Werkzeugen wieder. Zum Glück nimmt mich Wrench gleich an der Hand und führt mich Schritt für Schritt in die Bedienung ein.

Als Erstes erhalte ich ein Tablet, das ich frei im Raum platzieren kann. Auf ihm erscheint geschrieben, was mir die Stimme einer virtuellen Tutorin erzählt. Habe ich etwas nicht verstanden, kann ich das Gesagte einfach nachlesen.

Ich nehme auf ihre Anweisung hin ein Gerät vom Tisch, das wie eine Laserpistole aussieht. Das futuristisch wirkende Ding entpuppt sich als Hilfswerkzeug, ein sogenannter Bauteilscanner.

Richte ich es auf eines der Autobauteile vor mir und drücke die Triggertaste, dann erscheinen auf dem Tablet weitere Informationen: Ich sehe, wie das Bauteil heißt, wozu es da ist und dank einer Zeichnung, wie es mit anderen Bauteilen zusammenhängt.

Keine Berührungsängste

Nun weiß ich, wie ich die Teile vor mir zusammenfügen muss. Praktisch: Halte ich zwei Bauteile an der passenden Position zusammen, werden sie grün markiert. Nun muss ich nur noch loslassen und die Bauteile rasten von selbst ein.

Dank der räumlich erfassten Touch-Controller hab ich die vor mir liegenden Metallstücke im Nu zusammengebaut, so als würde ich mit meinen eigenen Händen arbeiten. Zufriedenheit macht sich breit.

Zum Schluss lerne ich, mit mechanischen Schraubenschlüsseln verschiedener Größen und Stärken umzugehen und ziehe von Hand meine ersten Schrauben an. Damit habe ich die Grundlagen bereits gelernt und kann anfangen, einen richtigen Motor zusammenzubauen.

Spaß haben und nebenbei lernen

Der nächste Tisch ist voll mit Bauteilen unterschiedlichster Größe und Form. Zum Glück ist alles fein säuberlich aufgeräumt und beschriftet. Ich beginne am linken Rand des Tischs, scanne Bauteile und fange an, die Komponenten zusammenzufügen.

Die Zeichnungen auf meinem Tablet geben mir zwar Hinweise, oft genug muss ich jedoch selbst etwas tüfteln und rumprobieren, um herauszufinden, wie Teile zusammenpassen.

Während man den Motor Stück für Stück zusammenbaut, folgen so ein ums andere Mal viele, kleine, beglückende Aha-Momente. Wrench ist wie ein riesiges Ravensburger-Puzzle für Automodelle, nur größer, befriedigender und dank seines stupenden Detailgrads auch schöner.

Als handwerklich wenig begabter Mensch hätte ich mir niemals träumen lassen, dass das virtuelle Zusammenbauen eines Motors mir so viel Spaß machen könnte. Dass ich dabei ganz nebenbei auch noch lerne, wie ein Motor funktioniert, ist mehr als nur ein schöner Nebeneffekt: Wrench ist ein hervorragendes Beispiel für das immense Potenzial der Virtual Reality als Lernmedium.

Eine virtuelle Mechanikerkarriere

In der bald erscheinenden Early-Access-Version wird man weitaus mehr machen können, als einen Motor zusammenzubauen: Man ist für die komplette Wartung von Rennwagen eines Rennstalls verantwortlich.

Die Mechanikersimulation kommt mit einem Karrieremodus: Wie im echten Leben beginnt man als einfacher Assistent, der für das Austauschen von Reifen und Flüssigkeiten zuständig ist. Für gute Arbeit erhält man Erfahrungspunkte und steigt im Mechanikerrang auf, bis man jedes Stück eines Wagens auseinandernehmen und warten darf.

Die Early-Access-Version erscheint am 19. Dezember bei Steam. Die Simulation unterstützt HTC Vive und Oculus Rift, kann aber auch auf einem Monitor mit Maus und Tastatur bedient werden. Die von mir getestete Demo ist für Oculus Rift kostenlos im Oculus Store erhältlich.

Titelbild: Missing Digit


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