Quantic Dream: Keine Virtual-Reality-Erfahrung nur zum Selbstzweck

Quantic Dream: Keine Virtual-Reality-Erfahrung nur zum Selbstzweck

Die französischen Entwickler von Quantic Dream rund um David Cage sind bekannt für ihre Crossover-Experimente, in denen sie Elemente aus Film und Spiel vereinen. Cage findet Virtual Reality insbesondere wegen des Präsenzpotenzials spannend.

Cineastische Spiele wie „Heavy Rain“ oder „Beyond: Two Souls“ teilen die Spielergemeinde in zwei Welten. Die einen finden es spannend, in eine interaktive Geschichte einzutauchen. Andere stören sich am fehlenden Spielfluss und wünschen sich mehr Handlungsfreiraum. Zumindest aber ziehen die aufwendig gerenderten und animierten Spiele von Quantic Dream viel Aufmerksamkeit auf sich.

Ein Alleinstellungsmerkmal des Studios ist die hochwertige Darstellung gerendeter Menschen. Quantic Dream ist daher nicht allein auf Games fokussiert, sondern übernimmt auch diverse Aufträge für die Filmindustrie.

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Obwohl das Studio aufgrund der Expertise in der Film- und Spielewelt prädestiniert scheint, um mit Virtual Reality zu experimentieren, möchte sich Gründer David Cage dem Hype nicht einfach so hingeben.

„Wir möchten kein VR machen, nur um VR zu machen. Wir möchten etwas mit dem Medium ausdrücken, das zuvor noch nicht gesagt wurde“, sagt Cage gegenüber Gamesindustry. Er würde sich erst mit dem neuen Medium befassen wollen, wenn er dort seinen eigenen Stil verwirklichen könne. Sein Studio sei bereits mit allen gängigen VR-Systemen ausgerüstet und würde viele Anwendungen testen, so Cage. Besonders begeistere ihn das Potenzial eines überzeugenden Präsenzgefühls in der virtuellen Umgebung.

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Das Gehirn lässt sich von virtuellen Charakteren täuschen

„Wenn ein Charakter vor einem auftaucht, dann glaubt man wirklich, dass er da ist“, sagt Cage. Man versuche eine natürliche Distanz einzuhalten.

Er berichtet von einem unangenehmen Erlebnis: „Ich hatte eine seltsame Erfahrung in einem VR-Spiel. Ich stand zu nahe an einem Charakter während einer Zwischensequenz und er bewegte sich. Ich habe nicht aufgepasst und plötzlich lief er durch meinen Körper hindurch. Das fühlte sich unfassbar seltsam an. Es war fast mystisch, als würde man von jemandem durchkreuzt. Man spürt es. Das Gehirn fällt darauf rein.“

Für Cages favorisiertes Genre – den interaktiven Film – bietet Virtual Reality ein ganz offensichtliches Potenzial. 3D-Controller wie Oculus Touch ermöglichen soziale Gesten und somit eine natürlichere Interaktion mit virtuellen Protagonisten als ein bloßer Knopfdruck auf dem Gamepad.

| Source: Gamesindustry | Featured Image: Quantic Dream