Phobien überwinden mit Virtual Reality

Phobien überwinden mit Virtual Reality

VR-Brillen wie Oculus Rift treffen auch außerhalb der Spielebranche auf großes Interesse. Beispielsweise bei der Therapie von Phobien. Die These: Die Simulation von Eindrücken und Bildern mit einer VR-Brille können derart intensiv sein, dass unser Gehirn glaubt, mit einer realen Situation konfrontiert zu sein - und Neuronen sich entsprechend adaptieren.

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Nun könnte man natürlich auch in der Realität Menschen mit Höhenangst auf eine Hochhauskante stellen. Allerdings wäre dafür der organisatorische Aufwand sehr hoch und man müsste schon ordentlich Überzeugungsarbeit bei Phobikern leisten, um diesen dazu zu überreden, auf das Dach eines mehrstöckigen Gebäudes zu steigen. Deutlich weniger Überzeugungskraft braucht es dagegen, wenn der Therapeut dem Patienten nur eine VR-Brille aufsetzen möchte.

Der große Vorteil ist die enorme Skalierbarkeit dieser VR-Erlebnisse. Bleiben wir beim Beispiel Höhenangst: Am Anfang steht der Patient auf einem virtuellen Block, dann auf einem Vordach, anschließend wird er auf einen kleinen Turm gestellt bis er am Ende auf dem zuvor erwähnten Hochhausdach landet. Das Gehirn kann so Schritt für Schritt lernen, Ängste abzubauen. Auch regelmäßiges Training und Wiederholung wird mit einer VR-Brille relativ einfach und könnte in Zukunft im eigenen Wohnzimmer stattfinden. So ähnlich wie Yoga-Trainingsvideos, die man sich auf YouTube anschaut und dabei nachturnt, bekämpft man dann seine Höhenangst auf einer virtuellen Aussichtsplattform.

___STEADY_PAYWALL___ [bctt tweet="#VirtualReality kann dabei helfen, Phobien zu heilen. #VR"]

Die entscheidende Frage bei den aktuellen Experimenten ist: Kann unser Gehirn virtuell gelerntes Verhalten in die Realität übertragen? Falls ja, mit welcher Intensität? Damit beschäftigen sich Wissenschaftler am Virtual Human Interaction Lab an der Stanford Universität, die in einem speziellen Labor VR-Brillen mit präziser Bewegungserkennung kombinieren und so hoch immersive VR-Erlebnisse schaffen. Virtual Reality gegen Höhenangst ist dabei nur ein Beispiel von vielen. Unter anderem gibt es VR-Erlebnisse, die gegen Lampenfieber helfen oder das Empathievermögen von gewaltbereiten Menschen verbessern sollen. Auch spezielle Trainings, die korrektes Verhalten in Extremsituationen wie beispielsweise bei einem Erdbeben vermitteln sollen, werden erforscht. Dabei soll das VR-Erlebnis gezielt das Muskelgedächtnis trainieren, damit Menschen in der Realität instinktiv richtig reagieren können.

Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, zeigen diese frühen Demos jetzt schon das große Potenzial. Die Kernfrage dabei ist, wie intensiv VR-Anwendungen unser Gehirn mit virtuellen Erlebnissen täuschen können, so dass sich unsere Nervenzellen anpassen und virtuell gelerntes, positives Verhalten auch in der realen Welt abrufbar wird. Videos zu den Stanford-Experimenten gibt es hier und hier.

Würdet ihr versuchen eure Phobien mit VR zu heilen? Falls ja, schreibt uns einen Kommentar.

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