Update vom 22. April 2019:

3DNes VR ist unter neuem Namen zurück bei Steam: Der Emulator heißt jetzt neu 3DSen VR und soll Mitte 2019 erscheinen – voraussichtlich im Mai oder Juni. Eine kostenlose Demo ist ab sofort verfügbar.

Unterstützt werden laut Steam-Beschreibung 46 der bekanntesten NES-Spiele, darunter Klassiker wie Ice Climber, Legend of Zelda, Metroid und Castlevania. Sie erscheinen dank des Emulators in einem VR-kompatiblen 3D-Gewand. Weitere Titel sollen via Updates ergänzt werden.

Die Retro-Spiele (ROMs) müssen aus anderer Quelle organisiert werden, die Software selbst bietet nur den Emulator. Weitere Tipps und Infos gibt es im passenden Reddit-Forum. Ein Test steht unten.

Ursprünglicher Artikel vom 7. März 2018:

Der Emulator 3DNes VR verwandelt flache Spiele für das klassische Nintendo Entertainment System in 3D-Versionen. Er bietet auch einen VR-Modus. Lohnt der sich?

Wie beliebt Retro-Spiele sind, zeigt der Erfolg von Nintendos Mini-Versionen der klassischen Spielekonsolen NES und SuperNES. Der Emulator 3DNes geht noch einen Schritt weiter: Anstatt nur umgewandelte Kopien (ROMs) der alten Spielemodule abzuspielen, verwandelt das Programm die betagten Pixelwelten in 3D-Umgebungen.

Mit der Unity-Engine wird dafür die 2D-Grafik der Spiele in eine Voxel-basierte 3D-Welt umgewandelt und neu ausgeleuchtet. So entstehen dreidimensionale Dioramen der ursprünglich flachen Szenen.

Die zehn US-Dollar teure Pro-Version geht noch einen Schritt weiter und macht diese 3D-Dioramen mit der VR-Brille kompatibel. Unterstützt werden Oculus Rift und OpenVR-Geräte wie HTC Vive.

Dank der 3D-Aufbereitung kann sich der VR-Brillenträger vorbeugen, um einzelne Objekte im Detail oder aus verschiedenen Winkeln anzuschauen. Der Spielablauf bleibt unangetastet und findet identisch zum Original auf der 2D-Ebene statt.

Gesteuert werden die Spiele mit einem Gamepad oder der Tastatur. Die 3D-Controller der VR-Brillen werden nicht unterstützt.

Klassische Spiele aus neuer Perspektive

Am Spielgefühl ändert sich im Vergleich zum Original wenig: Ich laufe mit Mario durch die altbekannten Levels von Super Mario World, hüpfe Gegnern auf den Kopf und sammle Münzen und Extras. Nur schaue ich dabei eben nicht auf einen flachen Bildschirm, sondern kann die Spielewelt in 3D aus verschiedenen Perspektiven anschauen. Das ist ungewohnt, aber interessant.

Einen Blick direkt durch die Augen von Mario, Link oder Megaman kann ich nicht werfen: 3DNes erstellt lediglich 3D-Schaubilder aus den zweidimensionalen Spielen. Das ist wohl auch besser so: Die Ego-Perspektive wäre wahrscheinlich ein Garant für VR-Übelkeit.

Für experimentierfreudige Retro-Fans

Der Emulator bietet zahlreiche Grafikoptionen. Einige davon bringen selbst rechenstarke PCs ins Schwitzen. Bei meinem Test waren Titel wie Super Mario, The Legend of Zelda, California Games und Galaxian aber in den Standardeinstellungen auf einem VR-fähigen PC gut spielbar.

Da 3DNes nur ein Emulator ist und die Retro-Spiele nicht von Grund auf für VR optimiert wurden, kommt es hin und wieder zu Darstellungsproblemen. Zum Beispiel sehen Münzen in Super Mario World aus wie eckige Eier – ist aber geschenkt, Spaß macht es dennoch. Außerdem hat man so die Flexibilität, so gut wie jeden Klassiker durch die VR-Brille zu erleben.

Die kostenlose Testversion von 3DNes ist bei itch.io zum Download verfügbar. Die VR-Funktion gibt es erst in der zehn US-Dollar teuren Pro-Version. Wer sowohl Retro- als auch VR-Fan ist und Lust hat, die Klassiker mal völlig neu zu sehen, kann das Geld ruhig investieren. Der Emulator tut, was er verspricht.


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