Meta Quest: Vergangenheit in 3D erleben mit "Virtual Stereoscope"

Meta Quest: Vergangenheit in 3D erleben mit

Mit Virtual Stereoscope könnt ihr ausgewählte 3D-Fotos aus dem 19. Jahrhundert bewundern. Ich habe die VR-App mit Meta Quest 3 ausprobiert.

Die 3D-Fotografie wurde mit dem Aufkommen der Stereoskope in den 1850er-Jahren populär. Zwei horizontal leicht verschobene Linsen machten ein Doppelfoto, die durch ein Stereoskop betrachtet, einen 3D-Effekt erzeugen.

Stereoskope sind die Urahnen heutiger VR-Headsets und waren bis in das frühe 20. Jahrhundert ein großer Hit.

Mit Apples immersiven Aufnahmeformaten, dem Spatial Photo und dem Spatial Video, könnte die 3D-Fotografie und Videografie in den nächsten Jahren ein Comeback feiern. Die stereoskopischen Fotos und Videos lassen sich derzeit nur mit einem iPhone 15 Pro (Max) aufnehmen, aber das Feature könnte mit kommenden iPhone-Generationen zum Standard werden.

Ein 3D-Blick in eine längst vergangene Zeit

Die kürzlich für Meta Quest erschienene VR-App Virtual Stereoscope hat es sich zur Aufgabe gemacht, historische 3D-Fotos für Virtual Reality aufzubereiten.

Sie bietet derzeit 63 stereoskopische Fotos, die bis in 1860er-Jahre zurückreichen. Weitere 3D-Fotos sollen mit kostenlosen Updates folgen.

Die bisherigen Bilder sind in vier Kategorien unterteilt: der Wilde Westen, Transportmittel, Städte und Alltagsleben. Die größte und für mich interessanteste Gruppe ist die des Wilden Westens mit Cowboys, Farmern und Indianern. Ein 3D-Foto, das es mir besonders angetan hat, zeigt Minenarbeiter in Beaver City, Alaska, im Jahr 1899. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, 125 Jahre später in diese lebensechten Gesichter und Augen zu blicken.

logo
  • checkMIXED.de ohne Werbebanner
  • checkZugriff auf mehr als 9.000 Artikel
  • checkKündigung jederzeit online möglich
ab 3,50 € / Monat
logo

Die stereoskopischen Fotos wurden für die VR-Betrachtung zugeschnitten, ausgerichtet und nachkoloriert, wobei die Farben abgeschaltet und die Bilder in authentischem Schwarzweiß oder Sepiaton betrachtet werden können. Natürlich kann auch gezoomt werden. Die Qualität der Fotografien, des 3D-Effekts und der Nachkolorierung kann von Bild zu Bild stark variieren.

Immersive Umgebungen

Schön ist, dass jedes Bild mit Kontext versehen ist: Man sieht den Titel, das Datum und manchmal auch eine Beschreibung des Bildinhalts, sodass man mehr darüber erfährt, wer oder was abgebildet ist.

Jede der vier Kategorien versetzt den Betrachter zusätzlich in eine animierte 3D-Umgebung. Betritt man zum Beispiel die Wilder-Westen-Galerie, findet man sich in einer typischen Kleinstadt dieser Zeit zwischen Lokomotive und Saloon wieder, inklusive authentischer Geräuschkulisse.

Die Kulissen sind grafisch einfach gehalten und meiner Meinung nach eine unnötige Effekthascherei und Ablenkung, die kaum zur Atmosphäre beiträgt. Die Ressourcen hätten besser in die Digitalisierung von mehr Fotos gesteckt werden sollen. Ich hoffe jedenfalls, dass regelmäßig Nachschub kommt und ich einen Grund habe, die historischen 3D-Fotogalerien erneut zu besuchen.

Virtual Stereoscope könnt ihr für 2,37 Euro im App Lab erwerben.