Meta Quest fehlt eine virtuelle Kamera – "QuestCam" will sie liefern

Meta Quest fehlt eine virtuelle Kamera –

Erlebnisse in der VR sollte man so aufnehmen können wie in der echten Welt: mit einer Handkamera. Ein Entwickler arbeitet an dieser Vision.

FAKTEN

US-Entwickler Matthew Dowd arbeitet an einem SDK für Meta Quest, mit dem Entwickelnde eine virtuelle Kamera in ihre VR-Apps integrieren können. Mit Meta Quest kann man systemweit Videos aufnehmen, dies jedoch nur aus der Blickperspektive. QuestCam entkoppelt die Aufnahme vom Blick.

Dowd hat ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie QuestCam funktioniert.

Dowd geht davon aus, dass VR-Nutzer:innen mit QuestCam mehr Videos aufnehmen und in sozialen Medien teilen würden, was dem Bekanntheitsgrad von VR-Apps und VR im Allgemeinen zugutekommen soll.

"Wie löst ein Kamera-Tool das Problem der VR-Distribution? Kameras -> Videos -> Beiträge -> Aufrufe -> Viralität -> Downloads", schreibt Dowd auf der Plattform X.

Derzeit arbeitet Dowd an der Unterstützung von Unity-Apps und -Spielen. Mehr als 100 Entwickelnde sollen sich bereits auf seinem Discord-Server tummeln.

Und wie steht es um den Leistungshunger der App? "Bis jetzt funktioniert es ganz gut. Aber einige Spiele bringen Quest an die Grenzen und werden mehr Optimierung benötigen. Für fast jedes Spiel lohnt sich der Kompromiss, wenn man bedenkt, wie viel Sichtbarkeit QuestCam einem Spiel verschaffen kann", schreibt Dowd auf X.

QuestCam soll kostenlos sein für Entwickelnde und Nutzer:innen.

Dowd sagt gegenüber MIXED, dass das QuestCam-SDK demnächst erscheinen wird und dass Entwickler:innen und Studios via X oder dem offiziellen QuestCam-Discordserver mit ihm Kontakt aufnehmen können.

KONTEXT & MEINUNG

Eine tolle Idee, die Meta kopieren könnte

Ich sehe Potenzial in der Idee. Virtual Reality geht über das Rechteckformat klassischer Medien hinaus und teleportiert uns in eine andere Realität. Weshalb sollten wir nicht in der Lage sein, diese auf diese gleiche Weise zu dokumentieren, wie die physische Wirklichkeit, also mit Kameras, die wir in der Hand halten oder frei im Raum platzieren können? Videos dieser Art könnten den Bekanntheitsgrad von VR-Apps und VR im Allgemeinen fördern.

Sollte die Umsetzung gelingen und die Idee Anklang finden bei Entwickler:innen, so dürfte Meta sie in absehbarer Zeit kopieren wollen und eine ähnliche Kamera auf Systemebene einzuführen versuchen. Für QuestCam könnte das zu einem Problem werden. MIXED kontaktierte Dowd für eine Stellungnahme und der Entwickler sagte Folgendes dazu:

"3rd-Person-Kameras wie QuestCam sind auf die direkte Integration in ein Spiel durch Entwickelnde angewiesen. Es wäre schwierig für Meta, dies auf Systemebene hinzukriegen, aber selbst wenn sie einen Weg finden würden, denke ich, dass unser Angebot die Wünsche der Spieler:innen besser widerspiegeln würde. Ich denke auch, dass es für Meta klug wäre, ein lebendiges Orchester von Tool-Drittanbietern zu fördern, damit Quest eine noch stärkere Plattform wird.

Wir haben langfristige Pläne, den Entwickler:innen Dienstleistungen anzubieten, die unsere In-Engine-Integration und die wachsende Entwicklergemeinschaft rund um QuestCam auf einzigartige Weise nutzen. Aber unsere erste Priorität ist es, die beste virtuelle Kamera zu entwickeln, die Entwickelnde ihren Spielern kostenlos zur Verfügung stellen können."