Magic Leap 2: Neue AR-Brille überrascht Tester

Magic Leap 2: Neue AR-Brille überrascht Tester

Es gibt erste, unabhängige Berichte über die Magic Leap 2. Und die fallen positiv aus.

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Die erste Magic Leap wurde für Verbraucher entwickelt und kam 2018 auf den Markt. Die AR-Brille konnte dem vorangegangenen Hype nicht gerecht werden und floppte. Das Unternehmen schlitterte in eine Krise und richtete sich infolgedessen neu aus: Die im dritten Quartal 2022 erscheinende Magic Leap 2 wird allein an Geschäftskunden und professionelle Anwender:innen vermarktet und wurde auch für diese entwickelt.

Eine Rückkehr zum Konsumentenmarkt schließt das Unternehmen nicht aus. Bis dahin muss die Technologie allerdings schlanker, günstiger und besser werden.

Eine Reihe von US-Journalist:innen konnten die Magic Leap 2 unter kontrollierten Bedingungen und zeitlich begrenzt ausprobieren. Nachfolgend fasse ich deren Eindrücke zusammen.

Weitere Einzelheiten zur Technik der Magic Leap 2 findet ihr hinter dem verlinkten Artikel.

The Verge: „Ein deutlich verbessertes Gerät“

Magic Leap 2 sei keine Revolution, aber eine spürbare Verbesserung, schreibt Adi Robertson in ihrem Hands-on.

Das Gerät wiegt jetzt 248 Gramm statt 316 Gramm wie der Vorgänger und sitze besser und stabiler im Gesicht als beinahe jede andere Augmented-Reality-Brille, die Robertson bisher ausprobierte. Sie durfte sie aber auch nur 30 Minuten am Stück tragen.

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Das geringere Gewicht und der höhere Tragekomfort ist auf die ausgelagerte puckförmige Recheneinheit zurückzuführen, die auch die Magic Leap 1 auszeichnete. Der Nachteil laut Robertson: Man läuft mit einem langen Kabel herum, das mit einem merkwürdig aussehenden Computer verbunden ist.

In dem gleichmäßigen ausgeleuchteten Demoraum hätten die Hologramme nach aktuellen AR-Standards toll ausgeschaut. Die digitalen Einblendungen seien noch immer ein wenig transparent, aber scharf und lebendig und Text sei gut zu lesen.

Sichtfeldvergleich zwischen ML1 und ML2. ML2 hat ein vertikal fast doppelt so großes Sichtfeld.

Das Sichtfeld der Magic Leap 2 gewinnt primär in der Vertikale. | Bild: Magic Leap

Die neue Dimming-Funktion könne die Umgebung fast komplett ausblenden. Helles Licht würde zwar immer noch durchscheinen, aber es sei schwierig, Objekte hinter dem Schleier auszumachen. AR-Objekte seien stabil im Raum verankert.

Als potenzielle Nachteile dieser Linsen nennt Robertson, dass die Sicht ständig leicht verdunkelt ist und die eigenen Augen mitunter ganz hinter dunklem Glas verschwinden. Magic Leap 2 bietet außerdem anders als der Vorgänger nur eine Fokusebene.

Der neue Controller hat Kameras verbaut, die beim Tracking helfen und funktioniert gut bei einfachen Point-and-Click-Interfaces.

Robertson lobt das größere Sichtfeld, dessen Limitierung weniger auffalle als bei Magic Leap 1 und Hololens 2. Der fensterförmige Ausschnitt sei zwar immer noch sichtbar, aber es sei weniger wahrscheinlich, dass virtuelle Objekte darüber hinausgehen. Gleichzeitig würden die brillenähnlichen Ränder des Headsets einen Teil der peripheren Sicht verdecken, sodass der Eindruck entsteht, dass ein physisches Objekt und nicht das digitale Sichtfeld die Sicht versperrt.

Robertson bezeichnet die AR-Brille auf Basis der kurzen Demo als ein „wirklich verbessertes Gerät“, das ein „deutlich besseres Sichtfeld“ bietet. Die Magic Leap 2 stelle einen Fortschritt bei der Beseitigung eines großen Nachteils von AR-Brillen dar.

Rund 35 Partner testen das Gerät derzeit, das ein weniger teuer werden soll als die Magic Leap 1. Die kostete knapp 2.300 US-Dollar.

CNET: „Beeindruckendes Dimming“

Auch Scott Stein lobt das größere Sichtfeld, das zwar weiter sei als beim Vorgängermodell oder Hololens 2, aber immer noch nicht perfekt.

Was ihn am meisten beeindruckte, ist die neue Dimming-Technologie. Die könne den ganzen Raum oder Teile desselben verdunkeln, für einen stärkeren Kontrast oder Fokus auf AR-Objekte. Die Intensität der Dimmung lasse sich anpassen: von einer leichten Verdunkelung bis zur Beinahe-Finsternis.

Je dunkler die Umgebung, desto stärken würden die Hologramme hervortreten. Objekte, die sich dahinter befinden, seien praktisch unsichtbar.

Magic Leap 2 sei deutlich kleiner als der Vorgänger und kompakter als die HoloLens 2. Aber sie brauche immer noch eine große Recheneinheit, die man auf seltsame Weise an der Hose festklippt und die vernehmlich brummt. Das verbesserte Eye- und Handtracking wurde Stein nicht vorgeführt.

Als Betriebssystem kommt nun Android Einsatz, anders als bei Magic Leap 1, die das eigens entwickelte Lumin OS nutzte. Android soll es Entwickler:innen leichter machen, Inhalte für die AR-Brille zu schaffen.

Negativ fand Stein, dass man anders als bei Hololens 2 keine Brille unter dem Gerät tragen kann. Dafür braucht man einsetzbare Korrekturlinsen.

Stein schließt mit einem positiven Fazit: „Ich habe das Gefühl, dass die Magic Leap 2 einen kleinen, aber wichtigen Schritt für ein Unternehmen darstellt, das wie viele andere das AR-Brillenproblem lösen will.“

Venturebeat: „Große Fortschritte“

Dean Takahashi war nach seinem Hands-on „ziemlich beeindruckt“ von den technischen Fortschritten des AR-Headsets. Das größere Sichtfeld sei „bedeutend besser“ und mache es weniger nötig, den Kopf nach vorne und hinten zu bewegen. Das Bild sei scharf und Texte besser lesbar, ohne die Augen anzustrengen.

Das dynamische Dimming bezeichnet Takahashi als große Verbesserung, da man die AR-Brille jetzt auch in hell beleuchteten Räumen oder zum Teil sogar draußen nutzen könne. Das neue Hardware-Feature könne die gesamte Umgebung verdunkeln, um scharfe, solide und hell leuchtende AR-Inhalte darzustellen. Das gehe automatisch und bei Bedarf auch nur in Segmenten des Sichtfelds vonstatten.

Takahashi lobt des Weiteren das neue Controllertracking, die Qualität der 3D-Audiolösung und das reduzierte Gewicht. Das Gerät sei halb so groß wie Magic Leap 1. Die Kopfhalterung sei außerdem leicht aufzuziehen und sorge für einen sicheren Halt.

Auch die Batterielaufzeit habe sich verbessert: von zwei Stunden auf 3,5 Stunden.

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