HTC Vive: Streaming-Profis zeigen kabellose Version der VR-Brille

HTC Vive: Streaming-Profis zeigen kabellose Version der VR-Brille

Bekanntlich hat Virtual Reality noch mit dem ein oder anderen technologischen Problem zu kämpfen. Besonders die lästige Kabelpflicht für hochwertige VR-Erlebnisse nervt.

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Sowohl Oculus Rift als auch HTC Vive und Playstation VR müssen via Kabel mit einem Rechner oder der Konsole verbunden werden. Gerade bei VR-Erlebnissen im Stehen stört das Kabelgewirr und holt den VR-Nutzer, im wahrsten Sinne des Wortes, regelmäßig in die reale Realität zurück. Sogar Rift-Erfinder Palmer Luckey bezeichnet die Kabelpflicht als "großes Problem", das zwischen Virtual Reality und dem Erfolg auf dem Massenmarkt stehe. "Kabel sind ein großes Hindernis für die VR-Industrie und das wird für eine lange Zeit so bleiben. Mobile-VR wird erfolgreich sein, lange bevor wir eine kabellose Lösung für PCs gefunden haben."

Vielleicht geht es ja doch schneller. Das französische Unternehmen Scalable Graphics beschäftigt sich intensiv mit Streamingverfahren und demonstriert im obigen Video eine mehr oder weniger kabellose Lösung für HTC Vive. Der VR-Brillenträger muss dafür eine Streamingeinheit am Körper tragen, die zwar noch mit der VR-Brille verbunden ist, allerdings verfällt so wenigstens das lästige Kabel zum PC. Der funkt die Daten über 5 GHz Wi-Fi in H.264 und mit 40 bis 80 Mb/s bei voller Auflösung und mit 90 Bildern pro Sekunde direkt an die Streamingbox. Im Blindtest würden Nutzer "fast keinen Unterschied" zwischen dem Stream und der nativen Darstellung wahrnehmen, behaupten die Entwickler.

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Die Latenz des Streams soll bei 16ms liegen, das wäre für VR-Anwendungen ausreichend schnell. Unklar ist aber, ob die 16ms die gesamte Latenz beschreiben oder ob sie zusätzlich auf die bereits vorhandene Latenz der VR-Systeme draufgerechnet werden. Verzögerungen jenseits der 20ms sind deutlich spürbar, eine glaubhafte Simulation einer virtuellen Umgebung wäre dann nicht mehr möglich.

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Alternativ könnte man natürlich auch einen kompakten Rechner in einen Rucksack packen, wie es beispielsweise Zotac versucht. Eine Streamingeinheit ist allerdings kleiner und leichter, verbraucht weniger Strom und ist deutlich günstiger. Die experimentelle Streamingbox aus dem Video ist mit einem Quadro M6000 ausgestattet, soll rund 150 US-Dollar kosten und mit einem Akku länger als zwei Stunden laufen.

In der Massenproduktion könnte so eine Box wahrscheinlich deutlich handlicher und günstiger produziert werden. Scalable Graphics wird aber eher darauf spekulieren, dass die demonstrierte Streamingtechnologie von einem der großen Konzerne aufgekauft wird. Fraglich ist hingegen, ob die zweite Generation VR-Brillen überhaupt noch auf ein Streamingverfahren angewiesen sein wird oder ohnehin komplett autark arbeitet.

| Featured Image: Scalable Graphics