Project Tango von Google ist ein Tablet, das mit einer Vielzahl von Sensoren und Kameras die Umgebung in Echtzeit und 3D erkennen kann. Die Technologie baut der Internetriese nun gemeinsam mit Lenovo in ein Smartphone ein – und verkauft es ab Sommer für unter 500 Euro. Das Augmented-Reality-Smartphone ist eine Art Hololens für die Hosentasche.

Bisher war Project Tango noch in einem reinen Forschungs- und Experimentierzustand. Über verschiedene Sensoren orientiert sich das System und erkennt die eigene Position im Raum. Ergänzend filmt das Tango-Tablet über die vordere und hintere Kamera die Umgebung. Ein 3D-Tiefensensor erkennt zusätzlich, wie weit ein Gegenstand vom Nutzer entfernt ist. Durch die Kombination der Daten ist es möglich, hochwertige AR-Anwendungen umzusetzen, die an die Hololens-Demos erinnern. Da das Tablet die Umgebung korrekt erfasst, kann es, ähnlich wie Microsofts AR-Brille, digitale Elemente präzise in die Umgebung einbinden.

Die fertige Hardware wurde noch nicht vorgestellt, aber Designstudien, die zeigen, wie man insgesamt vier Kameras in einem Smartphone verbauen kann. Denn so viele Linsen braucht das Gerät, wenn es die Umgebung in Echtzeit vollständig erfassen und in 3D rendern soll. Zwei Linsen sind für die Tiefenwahrnehmung zuständig, eine RGB-Kamera für Farbinformationen und eine Fischaugenlinse für die Peripherie. Ein mögliches Anwendungsszenario ist beispielsweise die Navigation in Innenräumen wie einem Einkaufszentrum. Das ist aber wirklich nur ein Beispiel, es wird auf die Entwickler ankommen, welche cleveren App-Ideen sie für das Smartphone umsetzen. “Um im extremen Wettbewerb der Smartphone- und Tablet-Industrie zu bestehen, muss man risikoreiche Innovationen bringen – das ist die einzige Möglichkeit zu verändern, wie Menschen mobile Technologien nutzen“, sagt Chen Xudong von Lenovo.

Google und Lenovo bringen Project Tango im Sommer als Smartphone.

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